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▷ Schlüssellochgarten – ein Keyhole Garden ertragreich und nachhaltig ◁

Gute Ideen müssen nicht neu sein. Das gilt auch für den Schlüssellochgarten oder Keyhole Garden. Dabei handelt es sich um eine (in erster Linie) Gemüseanbautechnik, die bereits vor 20 Jahren von Hilfsorganisationen in Afrika eingeführt wurde und heute immer noch zur Anwendung kommt. Es ist ihnen gelungen, einen Selbst-Versorger Garten anzulegen, der so gut wie keine Kosten verursacht und dennoch überdurchschnittlich ertragreich und nachhaltig ist.

Diese Art von Hochbeet wird vor seitdem allem in Afrika, aber auch in vielen anderen ariden Regionen geschätzt, um knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe optimal nutzen zu können. Doch mittlerweile haben viele Naturgärtner und umweltbewusste Freizeitgärtner die Vorteile eines Schlüssellochgartens für sich entdeckt. Warum diese Anbauweise auch in unseren heimischen Gärten immer beliebter wird und was die Besonderheiten des Keyhole Gardenings sind, erfahren Sie in diesem Beitrag. Bleiben Sie bitte dran…

Der Ursprung des Schlüssellochgartens

In Entwicklungsländern, die sowohl durch Armut als auch durch Wassermangel stark benachteiligt sind, gibt es die Herausforderung, die Familien ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Viele Familien müssen mit einer Mahlzeit am Tag auskommen.

Mit einem Schlüssellochgarten wird das Ziel verfolgt, den Dorfbewohnern ein autarkes, produktives und wassersparendes Nahrungsmittelanbausystem zu bieten. Ein System, dass es Familien ermöglicht, ausreichend Gemüse für drei Mahlzeiten am Tag anbauen können.

Dazu wurde ein Anbausystem entwickelt, in dem sich verrottende und neu wachsende Pflanzen ergänzen. Das Besondere: Der Komposter wird direkt in das Beet integriert.

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Der Aufbau eines Schlüssellochgartens

Wenn Sie sich den Aufbau eines Schlüssellochgartens genau ansehen, handelt es sich um eine abgewandelte Form eines Hochbeets. Anders jedoch als ein Hochbeet hat dieses Beet einen Durchmesser von rd. 3 Meter (Hochbeete im Normalfall 70 – 140 cm). Die Arbeitshöhe liegt bei ca. 80 cm. Das auffällige Merkmal ist der meist dreieckige Einschnitt oder die Ausbuchtung (wie ein Stück Torte) – das Keyhole.

So wird der Zugang zur Mitte des Beetes sichergestellt, in der sich der Kompost-Behälter mit einer Höhe von ca. 1,30 Meter befindet.

Die Wahl der Materialien für die Umrandung

Bei der Wahl der Materialen ist Ihr persönlicher Geschmack gefragt, denn die Grundkonstruktion eines Schlüssellochgartens kann sowohl aus Holz, Naturstein, Metall oder auch Beton sein. Allerdings hat jedes dieser Materialien als Mauer oder Umrandung gewisse Vor- und Nachteile.

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie für eine längere Zeit den richtigen Standort im Garten gefunden haben, macht es durchaus Sinn, ein massives Hochbeet aus Steinen (gemauert oder als Natursteinmauer ohne Mörtel) anzulegen. Damit haben Sie nicht nur eine witterungsbeständige Variante. Die Steine speichern zusätzlich auch Wärme und Feuchtigkeit.

Flexibler sind Sie mit einer Holz-Konstruktion. Hier gilt es auf die Besonderheiten wie z. Bsp. die Holzart zu achten. Weichhölzer wie Fichte und Kiefer sind zwar preisgünstiger, verrotten aber auch schneller. Dauerhafte Holzarten wie Eiche, Lärche oder Douglasie sind hingegen sehr viel langlebiger – was natürlich seinen Preis hat.

Ein „Eye-Catcher“ können Hochbeete aus Metall sein, sofern sich diese Materialien von Optik und Design in das Gartenambiente integrieren lassen. Verwitternder Cortenstahl sorgt für ein interessantes Äußeres und witterungsbeständiges Aluminium hält nahezu für die Ewigkeit.

Natürlich können Sie auch gerne kreative Ideen einbringen und Materialien wie leere Weinflaschen oder bunt bemalte Hohlblocksteine nutzen.

Der Kompost-Behälter

Für den Kompost-Behälter verwenden Sie am besten Draht. Es funktioniert auch mit Brettern oder miteinander verbundenen Pflöcken. Wichtig ist die Form eines Korbes, der eine Befüllung mit kompostierbaren Materialien ermöglicht.

Doch wie Sie auf den Bildern sehen können, bleibt immer Platz für eigene Kreationen. Hauptsache, der Komposter erfüllt seinen Zweck.

Die Beschichtung im Schlüssellochgarten

Ein Schlüssellochgarten knüpft an die Permakultur an und ist ähnlich wie die Sheet-Mulching Technik (Lasagna Gardening) eine Anbauweise, die darauf ausgelegt ist, in ökologischen Kreisläufen zu denken und die Vegetationsperiode erheblich zu verlängern.

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Beispiel für eine Beschichtung im Schlüssellochgarten

  1. Unterste Schicht – Drainageschicht

Diese Schicht sollte aus Gestein, Schutt, Tonscherben, Kies und/oder grobe Zweige und Äste bestehen.* Optional können Sie noch einen Kaninchendraht gegen Wühlmäuse auslegen.

  1. Zweite Schicht – Häckselgut

Verwenden Sie Häckselgut, um die Drainageschicht nach oben hin abzuschließen.

  1. Dritte Schicht – Grasschnitt, Grassoden oder Grünabfälle

Bei der Verwendung darauf achten, dass diese nicht nass sind. Leichte Feuchtigkeit ist in Ordnung. Sonst besteht die Gefahr der Schimmelbildung.

  1. Organischer Kompost, Dung

Dieser organische Kompost enthält viele wichtige Nährstoffe. Ein Booster für das Pflanzenwachstum.

  1. Feinkompost mit Muttererde, Holzasche oder Spaghnum-Moos

Mit diesen Materialien bilden Sie die oberste Schicht – natürlich frei von Schadstoffen und Unkrautsamen. Bitte unbedingt vorher checken.

* Die unterste Schicht in einem Hochbeet oder auch Schlüssellochbeet wird gerne kontrovers diskutiert. Es gibt viele Experten, die Tonscherben oder Kiesel als Drainageschicht empfehlen. Andere hingegen halten eine organische Drainage, bestehend aus groben Ästen und Zweigen sowie Häckselgut für wesentlich empfehlenswerter. Als Grund geben sie an, dass so nicht nur die Staunässe verhindert, sondern darüber hinaus auch für eine gute Durchlüftung des gesamten Hochbeetes gesorgt wird. Manchmal liegt die Wahrheit auch in der Mitte.

Die Befüllung des Komposters

Die Befüllung des Komposters erfolgt ebenfalls schrittweise. Als Drainageschicht werden zuerst einige Steine hineingelegt. Darauf kommt in Anschluss eine Holzschicht. Zum Schluss wird die Befüllung mit Küchen- und kleinen Gartenabfällen abgeschlossen. Diese sollten von Ihnen natürlich kontinuierlich nachgefüllt werden.

Die einzusetzenden Materialien sind nicht vorgeschrieben und können variieren. Achten Sie einfach darauf, was sonst in Ihren Biomüll wandert und nutzen Sie diese Sachen eher für Ihren Schlüsselloch-Garten. Es gibt keine festen Regeln – mit einer Ausnahme, dass es sich nur um organische Naturprodukte ohne Proteine und tierische Fette, Fleisch oder Knochen handeln darf. Solche Stoffe verrotten sehr langsam und der Kompost in Ihrem Garten beginnt unangenehm zu riechen. Zudem laden Sie damit unerwünschte Tiere ein. Genauso wenig gehören Exkremente von Hunden oder Katzen in den Behälter, denn es besteht die Gefahr, dass Sie damit Krankheiten übertragen.

Der Rotteprozess im Schlüssellochgarten

Wie bei einem Hochbeet ist es ganz natürlich, dass im Laufe des Rotteprozesses das Beetinnere allmählich absackt, das auch die Drainageschicht nicht verhindern. Bei Bedarf sollten Sie daher Komposterde nachfüllen. Nach fünf bis sechs Jahren wird der Rotteprozess abgeschlossen sein. Das vorhandene organische Material hat sich bis dahin vollständig zersetzt und fast alle Nährstoffe an die Nutzpflanzen abgegeben. Spätestens dann sollten die Schichten Ihres Selbstversorger-Gartens komplett austauschen.

Die alte Erde ergibt aber einen guten Humus und kann zur Bodenverbesserung im Gemüsegarten oder Staudenbeet verwendet werden.

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Das Geheimnis des Schüssellochgartens

Wenn Sie sich jetzt fragen: Warum funktioniert ein Schlüssellochgarten so gut? Was ist sein Geheimnis?

Nun, das Prinzip ist relativ einfach erklärt. Mithilfe der im Schlüssellochgarten integrierten Kompostsäule werden das Beet und der Gartenboden automatisch mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Ein Düngen mit chemischen Düngemitteln entfällt somit komplett.

Auch das Bewässern der Pflanzen erfolgt ausschließlich über die Kompostsäule. Dies reduziert den Wasserverbrauch deutlich, insbesondere dann, wenn Sie für die Außenwände natürliche Materialien verwenden.

Das mit den Nährstoffen angereicherte Wasser verteilt sich kontinuierlich auf das Beet. Für eine optimale Wasseraufnahme und für den Schutz vor Verdunstung ist eine ganzjährige Bodenbedeckung sehr nützlich. Diese kommt auch der biologischen Vielfalt im Mikrokosmos Schlüsselloch-Garten zugute. Boden- und Kleinstlebewesen dienen der Vogelwelt als Nahrungsergänzung. Regenwürmer fressen sich ständig kreuz und quer durch ihren Lebensbereich. Die Ausscheidungen des Regenwurms verhelfen zu einer stabilen Bodenstruktur, die mit vielen verfügbaren Nährstoffen ideal für das Pflanzenwachstum ist.

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Fazit

Ein kreisrunder Schlüssellochgarten bringt vielerlei Vorteile mit sich:

🌱 Ein Schlüssellochgarten lässt sich mit den vielfältigsten Materialien bauen. Die zu investierenden Kosten sind vergleichsweise gering und für nahezu jeden Geldbeutel geeignet.

🌱 Mit einem Keyhole Garden lassen sich selbst auf kleinen Flächen Pflanzen produktiv anbauen.

🌱 Der Anbau erfolgt dabei vollkommen unabhängig von der Beschaffenheit und Fruchtbarkeit des Bodens. Sie schaffen sich einen Selbstversorger-Garten.

🌱 Durch das Düngen mit natürlichen und in der Regel leicht verfügbaren, organischen Materialien wie Küchenabfällen entfällt das Einkaufen von Extradünger. Ein weiterer Kostenvorteil!

🌱 Der Komposthaufen wird praktisch und ästhetisch in den Garten integriert. Für mehr Ertrag und Nachhaltigkeit!

🌱 Die Bewässerung kann durch Brauchwasser aus dem Haushalt erfolgen. Dadurch sparen Sie Wasserkosten. Somit auch attraktiv für Regionen die unter Dürren und Wasserknappheit leiden.

🌱 Das Gärtnern ist rückenschonend. Die Höhe des Gartens sowie die Zugangseinbuchtung zur Mitte erleichtern Älteren, behinderten oder kranken Menschen die Arbeit am Hochbeet.

🌱 Werden Pflanzen entsprechend kombiniert und angepflanzt, kann das Beet ganzjährig genutzt werden. Die Kombination von schädlingsresistenten Pflanzensorten kann zudem Schädlinge abhalten. Damit wird der Einsatz von Pestiziden überflüssig.

Ein Schlüsselloch-Garten oder Keyhole Garden ist ertragreich und nachhaltig – und somit eine ganz besondere Empfehlung!

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