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Gartenhaus-Bau oder -Kauf – aber richtig

Manche finden, dass in Deutschland alles ein wenig überreguliert ist, andere wiederum schätzen genau dies. So gibt es eben auch für den Gartenhaus-Bau Bestimmungen und Genehmigungen, ohne deren Erteilung es ganz schnell zu rechtlichen Schwierigkeiten kommen kann. Es ist nicht gestattet, ein Gartenhaus oder einen Schuppen ganz nach Belieben auf Ihrem Grundstück aufzustellen. Die Regelungen für den Bau eines Gartenhauses unterscheiden sich je nach Bundesland. In diesem Beitrag finden Sie ein paar Anregungen zu dem Thema: „Baugenehmigung Ja –oder Nein?“

 

Für jeden Zweck das richtige Gartenhaus

Bei vielen Gartenbesitzern ist das Gartenhaus deshalb so beliebt, weil es eine bequeme Unterkunft für die ganzen Gerätschaften bietet, die für die regelmäßig anstehenden Arbeiten benötigt werden. Ebenso dient ein solches Gartenhaus als zusätzlicher Abstellraum, gerade wenn beim Hausbau auf einen Keller verzichtet wurde. Es kann aber auch die Erfüllung des Wunsches nach einer Blockhaussauna oder Spielhütte für die Kinder sein. Und wer sein Gartenhaus ganz anders nutzen möchte, der kann es sich auch schön einrichten und laue Sommerabende mit Freunden beim Grillen dort verbringen. Die Nutzungsmöglichkeiten sind sehr vielseitig und bieten für jeden Geschmack etwas.

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Die Bauordnung findet Anwendung

Bei der Frage nach einer Genehmigung geht es um den umbauten Raum. Dies wird in der Bauordnung festgelegt, die hier Anwendung findet. Allerdings ist die Bauordnung vom Bundesland abhängig und verschieden. Während in Bayern und Brandenburg Bauten bis zu einem Volumen von 75 Kubikmetern umbauten Raumes genehmigungsfrei sind, liegt in Niedersachsen die Grenze bei 40 und in Nordrhein-Westfalen bei nur 30 Raummetern. Voraussetzung ist bei allen, dass die Bauten am Bebauungszusammenhang teilnehmen. Das bedeutet nichts anderes, als dass diese Bauten innerhalb einer bebauten Fläche wie einer Ortschaft aufgestellt werden.

Selbst wenn das Gartenhäuschen von der Größe und Ausstattung keine Genehmigung benötigt, ist es ratsam, sich über den Bebauungsplan zu informieren, um eine Überbauung zu vermeiden und den Bau nicht am falschen Platz aufzustellen. Manchmal dürfen sogenannte Nebenanlagen – dazu zählen auch Gartenhäuser und Schuppen – nur innerhalb der Baugrenzen errichtet werden. Die Baugrenzen sind meist als Linie im Bebauungsplan eingezeichnet und dürfen eben nicht von Gebäudeteilen überbaut werden.

Zu beachten ist selbst bei kleinen Gartenhäuschen, dass eine Kochstelle oder eine Toilette wiederum zur Genehmigungspflicht führen können. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sind derart ausgestattete Häuschen bereits ab zehn Quadratmetern Grundfläche genehmigungspflichtig.

Gerätehaus

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Grenzbebauung im Garten

Auch das Thema der Grenzbebauung ist unbedingt zu beachten. Da es auch hier zu Gesetzeskonflikten kommen kann, obwohl es sich um den heimischen Garten handelt. Eine solche Grenzbebauung ist laut den Bauordnungen der Länder nur mit Bauten von maximal drei Metern Höhe möglich, wenn eine Gesamtlänge auf der Nachbargrenze von neun Metern nicht überschritten wird. Diese Bestimmungen beziehen sich wiederum immer auf ein Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten. Also, es darf kein beheizbarer Wohnbau auf der Grenze stehen. Sofern es eine Feuerstätte oder einen Raum für den dauerhaften Aufenthalt gibt, muss mindestens drei Meter Grenzabstand eingehalten werden.


Vor dem Gartenhaus-Kauf nachfragen

Bevor Sie sich auf den Weg machen, um im Baumarkt ein Gartenhaus zu kaufen, sollte Sie mit Ihrem Vorhaben und vielleicht einem Prospekt direkt bei der Behörde vorstellig werden, um sich die genauen Bestimmungen und Genehmigungsunterlagen vorlegen zu lassen.

Ein Tipp: Informieren Sie auch Ihre Nachbarn über das Vorhaben, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Gartenhaus in der Kleingartenkolonie

Geräteschuppen

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Anders sind die Bestimmungen, wenn es sich um einen Bau in einer Kolonie mit Pachtgärten handelt, eben diese typischen Kleingartenareale. Hier kommt das Bundeskleingartengesetz zum Tragen. Dort ist geregelt, dass eine Gartenlaube mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche einschließlich überdachten Freisitzes zulässig ist. Eine solche Laube darf ohne Genehmigung aufgestellt werden. Die Laube darf allerdings „nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet“ sein und es darf sich auch nur um ein einziges Gebäude handeln. Der Hintergrund ist der, dass ein Gartenhaus ausschließlich dem Schutz der Familie sowie der Unterbringung der Geräte dient. Es ist nicht gestattet, für eine Laube seine Wohnung aufzugeben. Lediglich gelegentliche Übernachtungen an Wochenenden oder während der Ferien werden geduldet.

Quelle: Zeitraffer Gartenhaus – youtube

 

Im nächsten Beitrag wird es um den richtigen Aufbau eines Gartenhauses gehen, denn auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. Denn wenn schon Gartenhaus-Bau, dann aber richtig!

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