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➤ Ein neuer Rasen muss her – so geht’s

Ein schöner Rasen trägt maßgeblich zum Wohlgefühl im eigenen Garten bei. Aber was ist, wenn der Rasen nicht mehr wirklich frisch aussieht oder Moos den Rasen ziert? Manchmal kann es dann sogar besser sein, einen Rasen neu anzulegen, statt den alten Rasen mühsam zu erneuern. 

Ist diese Entscheidung zunächst gefallen, steht bereits die nächste an: Sollen Rasensamen ausgesät werden oder greifen Sie auf Rollrasen zurück?

Sofern Sie sich für das Säen entscheiden, benötigen Sie unbedingt ein wenig Geduld, bis der Rasen sich verdichtet und eine schöne Grasnarbe entwickelt hat. Rollrasen sieht bereits nach dem Verlegen sehr schnell gut aus, ist jedoch auf jeden Fall die teurere Variante.

 

Gleich für welche Methode Sie sich entscheiden, gilt es Vorbereitungen in der richtigen Reihenfolge zu treffen.


 

Der richtige Zeitpunkt für einen neuen Rasen

Die Erneuerung des Rasens sollte im Frühjahr oder im Herbst erfolgen, so haben die Gräser (noch) genügend Zeit und Sonne, um sich gesund zu entwickeln. Die besten Monate sind im Frühjahr zwischen April und Mai, sowie im Frühherbst September bis Oktober.

In den Monaten Juni – August sollten Sie auf diese Übung weitestgehend verzichten. Bei extremer Hitze würden die Grassamen verbrennen. Und ist der Rasen erst einmal vertrocknet, waren alle Mühen vergebens.

Natürlich hängt es von den jeweils aktuellen Wetterbedingungen ab. Manchmal beginnt der Sommer kühl und regnerisch und dann ist es immer noch einen Versuch wert.

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Die richtige Vorbereitung entscheidet mit über den Erfolg

Boden bearbeiten

Das Gras verlangt nach einem lockeren und gut durchlässigen Boden. Optimal ist dabei ein leicht saurer pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Nur so wird der Rasen gut anwachsen können.

Tonhaltiger, dichter Boden führt zu Staunässe. Das hat zur Folge, dass das Wachstum von lästigem Moos begünstigt wird.

In diesem Fall sollten Sie den Boden unbedingt mit einer Gartenfräse oder Motorhacke bearbeiten, bevor sie den Rasen neu anlegen. Diese Geräte können Sie im nächstgelegenen Baumarkt auch mieten. Natürlich gibt es noch andere Werkzeuge für Umgraben des Gartens wie Spaten, Schaufel, Grabegabel, Grubber oder Sauzahn. Diese bieten sich an, wenn Sie körperliche Aktivitäten und das sog. Holländern schätzen.

Nach der Bearbeitung des Bodens werden Sie größere Wurzelstücke und auch Steine vorfinden, die Sie erst einmal aufsammeln sollten. Der aufgewühlte Boden kann mit einem Rechen geglättet und anschließend mit einer Walze verdichtet werden. Auch dieses Gerät können Sie für Ihre Zwecke anmieten.

Umgraben oder vertikutieren?

Ist der Boden sehr nährstoffarm oder verdichtet, wird es vermutlich nicht ohne Umgraben – wie zuvor beschrieben – funktionieren. Sollten Sie bessere Bedingungen vorfinden, haben Sie aber auch die Möglichkeit, den alten Rasen ohne Umgraben zu erneuern.

Dazu wird der Rasen zunächst ganz kurz abgemäht und anschließend vertikutiert. Auch wenn das Vertikutieren durchaus kontrovers diskutiert wird, erfüllt es hier seinen Zweck. Die rotierenden Messer schneiden ein paar Millimeter in den Boden ein, sodass Moos, Rasenfilz, die alten Rasenwurzeln und Unkraut im Rasen gut entfernt werden können.

Leichte Unebenheiten werden anschließend mit Mutterboden ausgeglichen, in den Sie zuvor etwas Sand eingearbeitet haben.

Die Vorbereitungen checken

Vor der Aussaat des neuen Rasens sollten Sie diese Punkte checken:

✔️ Sind alle Arbeiten, die den jungen Rasen belasten würden, abgeschlossen?

✔️ Wurde der Boden vor der Aussaat des Rasens spatentief umgegraben oder gefräst?

✔️ Sind die Wurzelunkräuter sorgfältig entfernt worden?

✔️ Hat der Boden zur Unterstützung einen vornehmlich organischen Dünger erhalten?

✔️ Wurde auf schweren Lehm- und Tonböden Sand, Lava oder Blähton eingebracht?

✔️ Sind sehr leichte Böden mit viel Kompost oder Gründüngung verbessert worden?

✔️ Wurden stark verdichtete Böden durch eine Gründüngung oder durch Aerifizieren auf die Aussaat vorbereitet?

✔️ Hat der Boden vor der Rasen-Aussaat den richtigen pH-Wert bzw. wurde dieser angepasst?

Den richtigen Rasen säen

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, gilt es die Rasensamen entsprechend der Lichtverhältnisse im Garten sowie der geplanten Nutzung auszuwählen.

Sie haben die Wahl zwischen Spiel-, Sport-, Schatten-, Zier- oder „Englischen Rasen“. Wählen Sie auf jeden Fall qualitativ hochwertige Saatmischungen, damit Sie eine schöne, dichte Grasnarbe möglichst frei von Unkraut erhalten.

Die perfekten Wetterbedingungen für die Aussaat

Den besten Erfolg bei der Aussaat erzielen Sie, wenn die Samen schnell keimen können. Das ist der Fall, wenn genügend Regen kommt (oder Rasensprenger) und die Bodentemperatur durchgehend über zehn Grad beträgt.

Die äußeren Bedingungen sind warm, aber nicht wirklich heiß, und windstill. Zudem sollte der Boden bereits gut feucht sein.

Dann kann es losgehen!

Rasensamen von Hand oder mit dem Streuwagen ausbringen?

Wenn Sie eher um eine kleine Fläche geht, lässt sich das Säen von Hand erledigen. Auf der Verpackung der Saatgutmischung finden Sie im Normalfall die genauen Mengenangaben pro Quadratmeter. Insofern messen Sie einfach einen Quadratmeter ab und wiegen die entsprechende Menge Saatgut ab.

Verteilen Sie die Menge möglichst gleichmäßig auf der Fläche. Die restliche Fläche teilen Sie in Stücke oder Streifen auf und messen das Saatgut jeweils zur Fläche passend ab.

Tipp: Bringen Sie das Saatgut kreuzweise aus.

Für größere Flächen bietet sich der Einsatz eines Streuwagens an. Dieser vereinfacht die genaue Verteilung der Rasensamen. Stimmen Sie dabei vorher die Saatstärke mit der Empfehlung auf der Verpackung ab.

Auch hier empfiehlt es sich, kreuzweise mit jeweils halber Saatmenge vorzugehen.

Rasen fertig zur Nachbearbeitung

Haben Sie das Saatgut ausgebracht, arbeiten Sie die Saat mit einer Harke flach – 0,5 bis 1 cm tief – in den Boden ein, um sie vor Austrocknung und Vogelfraß zu schützen. Bearbeiten Sie die gesamte Fläche, damit die Rasensamen besser keimen und anwachsen können. Alternativ können Sie die Rasensaat dünn mit Rasenerde bedecken, die optimale Startbedingungen für den jungen Rasen schafft.

Anschließend sollten Sie den Bodenschluss herstellen. Der Samen muss mit dem Boden in Kontakt sein, um Wasser für die Keimung aufnehmen zu können. Das erreichen Sie mit einer leichten Walze oder Trittbrettern. Bewässern nicht vergessen!

Rasenpflege nach der Aussaat

Nach der Aussaat sorgt eine regelmäßige Befeuchtung dafür, dass der Keimprozess beginnt und am Laufen bleibt. Für die folgenden ca. 4 Wochen sollten Sie täglich wässern, sofern es nicht regnet.

Gehen Sie behutsam vor, denn der Boden darf nicht unter Wasser gesetzt werden. Das würde sonst die Sauerstoffzufuhr der Samen gefährden.

Da eine gute Wasserversorgung für das Wachstum sehr entscheidend ist, sollten Sie bei trockenem Wetter zwei bis drei Mal am Tag für ungefähr 10 bis 15 Minuten mit der feinsten Beregnungseinstellung bewässern.

Sobald der neue Rasen eine Wuchshöhe von etwa sechs bis zehn Zentimeter erreicht hat, wird der erste Schnitt auf 4 cm Schnitthöhe durchgeführt. Überprüfen Sie vorher, ob die Mähmesser scharf genug sind, denn sonst werden die jungen Graspflänzchen aus dem Erdreich herausgezogen.

Nach dem zweiten oder dritten Schnitt sollte eine organische Nachdüngung erfolgen. Dabei gilt, nach Oktober wird auch organisch nicht mehr gedüngt.

Halten Sie den Rasen in der Folgezeit durch regelmäßiges Mähen kurz, damit den Untergräsern nicht von den schnellwachsenden Arten das Licht genommen wird.

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Rollrasen – die bessere Variante?

Ein Rollrasen lässt sich zweifelsfrei schneller anlegen, ist aber das deutlich teurere Produkt. Der Preis von Rollrasen variiert je nach Qualität und Anbieter. Pro Quadratmeter liegt der Preis im Mittel zwischen drei und acht Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Lieferung, Vorbereitung und Verlegung. Sofern Sie selbst verlegen, entfallen diese Kosten logischerweise.

Sehr oft wird vergessen, dass bei der Bestellung logistische Fragen abzuklären sind. Bei warmem Wetter sollte Rollrasen noch am selben Tag der Lieferung verlegt werden. Aus diesem Grund sollte so geplant werden, dass lange Transportwege mit der Schubkarre vermieden werden können.

Nachdem die übliche Vorbereitung getroffen worden sind und der Rollrasen angeliefert wurde, sollten Sie wie folgt vorgehen:

Sie beginnen das Verlegen der ersten Reihe an einer möglichst langen, gerade verlaufenden Kante. Der Rasen wird vorwärts ausgerollt, sodass Sie nicht die vorbereitete Bodenfläche betreten, sondern den bereits ausgerollten Rasen.

Sehr hilfreich kann der Einsatz von Trittbrettern sein. Sie belasten damit nicht einzelne Rasenstücke und verbessern gleichzeitig den Bodenkontakt der bereits verlegten Rasensoden.

Mit einer Gartenschere oder einem Messer lässt sich der Rollrasen ganz leicht in die richtige Form oder Länge zurechtschneiden.

Die benachbarten Reihen werden dicht an die bestehenden angelegt, sodass sich weder Fugen noch Überlappungen bilden. Es bleiben leicht sichtbare Anschlussstellen, die mit gewaschenem Quarzsand bestreut werden können. Damit bewachsen und verdichten diese Stellen auch besser.

Zum Schluss übergehen Sie den Rasen nochmal mit den Trittbrettern quer zur Verlege-Richtung. Damit bringen Sie die Rollrasenwurzeln dichter mit dem Boden in Verbindung bringen und verbessern somit das Anwachsen.

Die weitere Pflege unterscheidet sich nicht von ausgesätem Rasen.

Wenn auch Sie jetzt sagen: Ein neuer Rasen muss her – sollte Ihnen diese Anleitung die wichtigsten Hinweise dazu geben. Viel Spaß beim Anlegen des neuen Rasens!

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