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Quinoa – Superfood und Pseudogetreide im eigenen Garten

Quinoa Superfood

Immer, wenn es um die Bezeichnung Superfood geht, wird unter anderem Quinoa genannt. Es hat sich ein Trend entwickelt, der die Vegetarier und Veganer begeistert. Noch mehr Begeisterung zeichnet sich im Lebensmittelhandel ab, denn Superfood boomt und soll sich als nachhaltiges Konsumgut etablieren. Selbst Fast-Food-Ketten wie McDonald’s setzen auf einen „Veggie-Clubhouse“. Dabei handelt es sich um einen Burger, der zwischen den beiden Brötchenhälften einen Bratling aus Quinoa und Paprika enthält. Damit wird bereits deutlich, dass diese Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße in der Familie der Fuchsschwanzgewächse vielseitig verwendbar ist.

Was ist denn nun genau Quinoa? Lässt sich dieses Powerfood im eigenen Garten kultivieren? Welche Anforderungen stellt diese Pflanze? Worauf ist zu achten? Wie kann Quinoa verarbeitet werden? Welche Wirkungen hat dieses alternative Nahrungsmittel auf die Gesundheit? Um solche Fragen und vieles mehr geht es in diesem Beitrag.

 


 

Quinoa aus Südamerika

Tatsächlich stammt Quinoa ursprünglich aus Südamerika. Dort wird diese Pflanze seit etwa 5000 Jahren gemeinsam mit Amarant angebaut und gilt als eines der Hauptnahrungsmittel. Besonders in den Hochebenen der Anden, oberhalb einer Höhe von 4000 m und mehr, sind diese Pflanzen für die Menschen unverzichtbar. Sie gehören damit (zusammen mit Maca – s. dazu: Maca – Superfood, Powerknolle, Lustmacher im Gartenbeet) zu den Pflanzen, deren Anbau weltweit am höchsten erfolgt. Kartoffeln, Reis oder Mais müssen in diesen Höhenlagen passen.

Übrigens in ihren Herkunftsländern in Südamerika, zum Beispiel in Äquator, Chile oder Bolivien, trägt die Quinoa-Pflanze viele verschiedene Namen. Sie wird auch als Inkareis, Inkakorn, Reisspinat oder Andenhirse bezeichnet. Das liegt daran, dass neben den mineralstoffreichen Blättern, die als Gemüse oder Salat verzehrt werden, die senfkorngroßen Samen eine getreideähnliche Zusammensetzung haben. So erklärt sich auch die Bezeichnung „glutenfreies Pseudogetreide“, denn aus botanischer Sicht zählt Quinoa zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist insofern eher mit dem Spinat oder den Rüben verwandt.

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Was kann das Superfood?

Quinoa besitzt einen hohen Nährstoffgehalt. So hat diese Kulturpflanze beispielsweise den doppelten Gehalt an Eiweiß (Protein) wie Reis. Außerdem enthält sie viele weitere wertvolle Nährstoffe wie Vitamine, sekundäre Pflanzen-, Mineral-, Ballaststoffe oder Antioxidantien. Zu guter Letzt ein weiterer Vorteil: Quinoa ist im Gegensatz zu Weizen, Roggen, Dinkel oder Seitan glutenfrei. Somit werden insbesondere die Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden, ein solches Nahrungsmittel zu schätzen wissen.
Darüber hinaus werden Quinoa viele unterstützende Wirkungen nachgesagt. So wirkt es positiv auf den Säure-Basen-Haushalt, senkt Cholesterin- und Blutzuckerwerte, verhindert Darmpilz-Erkrankungen und begünstigt das nachhaltige Abnehmen.

Die positiven Wirkungen wurden bereits durch zahlreiche unabhängige Studien (national und international) belegt. Es handelt sich also um keine Scharlatanerie oder einen dubiosen Hype. Sowohl die physische als auch die psychische Wirkung von Quinoa wurden in diesen Studien bestätigt. Nachgewiesen werden konnte auch, dass das Fuchsschwanzgewächs einen wertvollen Beitrag für die tägliche Ernährung und zur Gewichtskontrolle leistet.

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Quinoa im eigenen Garten anbauen

Aussaat und Aufzucht

Sie wollen Quinoa einmal ausprobieren? Was liegt also näher, als dieses gesunde Pseudokorn selbst im Garten anzubauen?

Da die Quinoa-Pflanze ursprünglich aus Höhenlagen von über 4.000 Metern stammt, wurde sie in den Bergen von Chile, Peru oder Bolivien extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Sie muss also sehr widerstandsfähig sein, denn sie Sturm, Sonne und Kälte wechseln sich regelmäßig ab. Durch die Höhenlage muss sie starke Temperaturschwankungen, kontinuierliche kräftige Winde und intensive UV-Strahlung aushalten. Damit hat sie die besten Voraussetzungen, um auch dem Wetter in unseren Breitgraden standzuhalten. Selbst mit Frost kommt das Gewächs gut zurecht. Die Pflanze ist frosthart und verträgt Kälte bis zu minus 15°C. Unter diesen Bedingungen hat Quinoa die Fähigkeit entwickelt, Nährstoffe in den Wurzeln anzureichern und zu speichern.

Der Standort und der Boden

Aufgrund der ursprünglichen Herkunft sind karge Böden und Trockenheit für die Pseudocerealie keine Wachstumshemmnisse. Staunässe hingegen sollten Sie unbedingt vermeiden, da dies der Pflanzen sehr zu schaffen macht. Der Anbau klappt an nahezu jedem vollsonnigen Standort.

Als Vorgängerpflanzen für den Boden eignen sich Kartoffeln, Mais und andere Getreidesorten sehr gut, da diese als Starkzehrer dem Boden Nährstoffe entziehen. Früchte und Gemüsesorten wirken dagegen ungünstig. Es verbleiben dann nämlich hohe Mengen von Stickstoff in der Erde. Um einen lockeren Boden vorzubereiten, können Sie das Beet einfach mit einem geeigneten Werkzeug wie z. Bsp. einem Sauzahn oder einer Gartenkralle tiefgründig lockern. Als Besonderheit wächst die Pflanze auch auf Böden, die von vielen anderen Getreidesorten nicht vertragen werden.

Aussaat, Wachstum und Pflege

Die Aussaat kann bevorzugt ab März bis Mai vorgenommen werden. Innerhalb relativ kurzer Zeit kommt es dann auch zur Keimung. Sie können sowohl eine Voranzucht als auch eine Direktsaat machen. Möchten Sie die Körner ernten, gilt es die Samen bereits Mitte bis Ende April auszusäen. Dies funktioniert am besten oberflächig auf einem vorab gut gelockerten Boden. Reicht Ihnen die Ernte der Blätter als Gemüse, kann die Aussaat später erfolgen. Während des Keimens müssen Sie darauf achten, dass die Erde immer gut feucht gehalten wird. Später kommen die Pflanzen auch mit längeren Trockenphasen gut zurecht.

Einfacher geht es natürlich, wenn Sie Jungpflanzen in einem Fachbetrieb erwerben. Die Anzucht erfolgt wie bei Radieschen in Reihe, jedoch mit sehr viel größeren Abständen. Von Pflanze zu Pflanze sollte mindestens ein Abstand von 50 cm eingehalten werden. Nur dann gewährleisten Sie, dass sich die Pflanzen optimal entwickeln können. Ansonsten kann es erforderlich werden, dass Sie ungefähr acht Wochen nach der Aussaat die Reihen der Pflanzen lichten müssen, da sie eine Wuchshöhe von ca. 150 cm erreichen. Mit dieser Maßnahme stellen Sie sicher, dass die übrig bleibenden Pflanzen besonders kräftig und gleichmäßig wachsen. Es kann vorkommen, dass Sie mehrmals jäten müssen, um schädliches Unkraut aus den Saatreihen zu entfernen. Zugaben von Dünger sind nicht zu empfehlen.

Erntezeit

Endlich Erntezeit

Nun heißt es warten, bis sich der Sommer dem Ende neigt. Ab Ende August werden Sie feststellen, dass sich die Pflanzen abhängig vor der Sorte langsam gelb oder rötlich verfärben. Die Erntezeit beginnt endlich.

Besorgen Sie sich also einen Mähdrescher und legen Sie los!

Das funktioniert zwar im industriellen Bereich, im eigenen Garten werden Sie wohl in den meisten Fällen darauf verzichten müssen. Dennoch können Sie Mitte bis Ende September, bei entsprechender Witterung sogar bis Mitte Oktober die Körner ernten. Dazu schneiden Sie am besten die Samenstände komplett ab oder pflücken die Pflanzen von Hand. Ernten Sie allerdings nur ganz trockene Samenstände, also nicht bei regnerischem Wetter und vorzugsweise am späten Nachmittag Bei Bedarf lassen Sie die Ernte noch ein wenig nachtrocknen. Dazu hängen Sie ganze Bündel kopfüber zum Trocknen auf. Wenn sich die Körner gut aus den Samenständen herausschütteln oder ausreiben lassen, haben sie den richtigen Reifegrad. Anschließend erfolgt das Waschen und Sieben, damit entfernen Sie die Bitterstoffe, die an der Schale anhaften, und trennen die Körner von Spreu und anderen Unreinheiten. Danach müssen die Körner noch einmal sorgfältig getrocknet werden.

Die jungen Blätter und Triebe von Quinoa lassen sich wie Spinat oder als Salat sowie Beilagen zubereiten. Sehr gut lassen sich auch die jungen Pflänzchen dafür verwenden, die beim Verziehen aus dem Beet entfernt wurden.

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Fazit

Mit Quinoa bereichern Sie Ihren Garten mit einer pflegeleichten Pflanze, die Spaß macht und zudem noch sehr ansprechend aussieht. Die Herkunft hat sie außerordentlich robust werden lassen, sodass sie so gut wie nie von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird. Die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche und die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe sprechen sehr für diese Pflanze.

Auch wenn Verbraucherschützer vor Superfood als Marketing-Gag warnen, so meinen sie doch meist die überteuerten Produkte, die Sie getragen von der Euphorie-Welle, im Handel finden. Wir reden hier über die Kultivierung im eigenen Garten. Hinzu kommt, das geben selbst die Verbraucherschützer zu, können die unter der Bezeichnung Superfood vereinten Nahrungsmittel den Speiseplan durchaus bereichern und ganz neue Geschmackserlebnisse vermitteln.

Wenn Sie sich doch erst vorsichtiger an die Sache heranwagen und Quinoa vorab einmal probieren wollen, so gibt es mittlerweile viele Bezugsquellen auch hier in Deutschland. Gleich ob Saatgut oder fertiges Quinoa in Form von Südamerika-Importen, werden Sie – wie bei vielen anderen Getreidesorten auch- im Handel in unterschiedliche Qualitäten vorfinden. Wie immer gilt: Achten Sie auf gute Qualität!

Ich jedoch bleibe dabei: Viel schöner und interessanter ist die Quinoa-Pflanze, das Superfood und Pseudogetreide im eigenen Garten!

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