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*Gastartikel* – Dünger selber machen: 8 Tipps für Pflanzenliebhaber

Dünger selber machen

Gute, nährstoffhaltige Erde ist das Beste für alle Pflanzen. Doch in den meisten Fällen muss mit Düngezugaben nachgeholfen werden. Das ist auch ok. Insbesondere dann, wenn Sie den Dünger selber herstellen. Denn nur so wissen Sie, was wirklich enthalten ist. Um Sie zur DIY-Herstellung von Dünger zu motivieren, stellt Ihnen Ina Zimmer, Content-Managerin bei PALIGO – eine Marke der 3NRG GmbH -, 8 tolle Tipps zu diesem Thema vor. Also, viel Spaß mit den Anleitungen und hoffentlich bald: „Ran ans Werk“.

Du bist, was Du isst! Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Pflanzen aller Art. Diese brauchen vor allem eins, um groß und stark zu werden: Aufmerksamkeit und die richtigen Nährstoffe. Erst dann wachsen, gedeihen und blühen Pflanzen auf dem Balkon, im Garten oder im Haus in voller Pracht. Einige Nährstoffe sind in Boden, Luft und Wasser enthalten, andere müssen dazugegeben werden. Das geschieht durch Düngemittel. Wer in die Meisterliga der Gärtnerei aufgestiegen ist, macht den Dünger selbst. Dieser Bio-Dünger ist nicht nur besser für die Pflanzen, sondern auch für unsere Gesundheit. Insbesondere, wenn die Pflanzen später auf dem Teller landen. Dünger herstellen ist überhaupt nicht schwer. Unkompliziert und kostengünstig kann jeder für Garten, Balkon oder Haus Dünger selber machen.
 


 

Was muss auf die grüne Speisekarte?

Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass Pflanzen Wasser, Luft und Licht zum Leben brauchen. Doch welche Nährstoffe sollten im Boden und Dünger enthalten sein, damit diese wachsen und gedeihen? Dafür findet sich leider keine einheitliche Antwort, da jede Pflanzenart spezielle Ansprüche hat. Es gibt allerdings bestimmte Makro-Nährstoffe, welche für alle Pflanzen wichtig sind. Dazu zählen Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Sie treiben das Pflanzenwachstum an. Mikro-Nährstoffe, wie Eisen, Zink, Kupfer und Nickel, brauchen Pflanzen ebenfalls, aber in kleineren Mengen. Ein guter Dünger enthält möglichst alle dieser Stoffe in der optimalen Zusammensetzung. Keine Sorge! Du musst keine Schinken wälzen, um herauszufinden, welche organischen Dünger für Deine Pflanzen geeignet sind. Wir haben diese Arbeit für Dich übernommen und die besten Düngemittel für Haus, Balkon und Garten zusammengestellt.
 
Tipp 1

Der Klassiker: Kompost

Noch vor 100 Jahren, bevor Plastik in unsere Haushalte Einzug hielt, brauchte niemand einen Mülleimer. Küchenabfälle wurden in die Zeitung gewickelt und auf den Komposthaufen im Garten gebracht. Das Ergebnis waren blühende Sträucher, saftige Tomaten und gigantische Zucchini. Kompostgemisch ist ein Superfood für jede Art von Pflanze. Reich an Calcium, Magnesium, Phosphor und Kalium.

Wenn Du also einen Garten hast, empfiehlt es sich, eine Kompostieranlage aufzustellen. Diese ist für wenig Geld im Baumarkt erhältlich oder auch mit ein paar Brettern schnell zusammengezimmert. Anstatt den Bio-Müll zur grünen Tonne zu bringen, wird dieser einfach auf den Kompost gekippt. Tierischer Abfall wie Wurst und Käse sollte aber nicht auf den Kompost, da dieser Ratten und anderes Getier anlockt. Einziger Nachteil dieser Methode ist, dass es ungefähr ein Jahr dauert, bis der Kompost soweit zerfallen ist, dass daraus ein humusreicher Dünger entstanden ist. Am schnellsten verrottet der Kompost, wenn er gut gemischt ist. Ratsam ist es, ab und an geschnittenes Gras, Laub oder Baumabfälle unterzumengen. Besonders im Frühjahr freuen sich Garten-, Balkon- und Zimmerpflanzen über eine frische Portion Humus.

Wenn Du keinen Garten hast und demnach auch nicht kompostieren kannst, könnte folgende japanische Methode die Lösung für Dich sein.

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Kompost

Tipp 2

Der Trend aus Japan: Bokashi

Japan, das Land der aufgehenden Sonne. Und in diesem Fall: Des aufblühenden Gartens. Von der asiatischen Insel kommt eine Idee für alle, die keinen Garten haben und trotzdem kompostieren wollen. Lediglich ein Eimer wird benötigt, genauer gesagt, ein Bokashi- Eimer. Ungefähr so groß wie ein haushaltsüblicher Küchenmülleimer passt dieses Kompostwunder in jede Küche. Das Besondere an diesem Eimer ist seine Form und die Bokashi-Kleie, die zu den Küchenabfällen zugegeben wird. Sie besteht aus Mikroben, welche die Zersetzung beschleunigen und gleichzeitig üblen Geruch bekämpfen.

Der abdichtende Deckel verhindert zusätzlich, dass die Essensreste unangenehmen Mief in der Wohnung verbreiten. Eine echte Alternative zum Biomülleimer! Bereits während die Abfälle zerfallen, entsteht eine Flüssigkeit, die über den speziellen Hahn abgelassen werden kann. Diese eignet sich als Zugabe zum Gießwasser für beispielsweise Zimmerpflanzen.

Im Gegensatz zum Komposthaufen, dauert der Prozess im Bokashi-Eimer nicht mal ein Zehntel der Zeit. Schon nach zwei Wochen kann der Eimer geleert werden.

Das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt ist jedoch noch nicht als Kompost zu bezeichnen. Es handelt sich um eine Vorstufe, den Bokashi. Diesen zunächst einmal unter normale Gartenerde mischen oder in einen großen Kübel auf den Balkon stellen. Nach einem Monat ist daraus hochwertiger Kompost entstanden.

Voila!

Übrigens: Bokashi bestellst Du ganz einfach über das Internet.

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Tipp 3

Dünger aus dem Stall: Kuh- und Pferdemist

Wenn Du eigene Pferde oder Kühe hast, bist Du ein Glückspilz. Denn Pferde- und Kuhmist gehört zum besten organischen Dünger. Der Nährstoffgehalt ist hoch und zudem bindet dieser Wasser. Dadurch wird der Boden befeuchtet, was besonders an heißen Tagen praktisch ist.

Besitzt Du keine Tiere, kannst Du beim nächsten Bauern nachfragen. Dieser hat sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn Du einen Eimer Mist gegen ein nettes Lächeln tauschst. Eine kleine Warnung vorweg: Kuh- und Pferdemist sind nichts für empfindliche Nasen. Im Haus also besser auf andere Mittel ausweichen.

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Tipp 4

Dünger aus Unkraut: Pflanzen-Jauche

Ein wahres Wundermittel für Pflanzen ist ein Gemisch aus Wasser und Unkraut. Alles, was im Garten an Gewächs zu finden ist, kannst Du in einen Eimer mit Wasser geben. Dieses Gemisch einfach für 2 Tage stehen lassen, einmal kräftig umrühren und für weitere 2 Tage ruhen lassen. Zu diesem Zeitpunkt sollten sich das Grünzeug zersetzt haben und leicht gären. Die flüssige Jauche kannst Du jetzt über die Pflanzen gießen. Übrig gebliebene Stängel oder Pflanzenreste können getrost für eine neue Mischung genutzt werden.

Mit dieser Super-Jauche schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens hast Du als Ergebnis einen tollen Dünger, zweitens ist der Garten stets gejätet!

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Jauche

Tipp 5

Die Dünger-Kur: Brennnessel

Eine Variante der oben beschriebenen Pflanzen-Jauche ist die Brennnessel-Jauche. Eine heiße Tasse Tee tut uns Menschen gut, wenn wir erkältet sind. Auch bei Pflanzen kann so eine Extra-Aufmerksamkeit helfen, um Schädlinge abzuwehren oder der Pflanze zu einem Wachstumsschub zu verhelfen. Man kann sagen, dass es sich um eine Art Kur handelt.

Neben den vielen wohltuenden Nährstoffen, wirkt Brennnessel-Jauche abschreckend auf Insekten. Doppelt gut also. Das Herstellen der Brühe ist etwas langwieriger als die Unkraut-Jauche, aber wie das alte Sprichwort schon sagt: Gut Ding will Weile haben. Das Ansetzen der Jauche erfolgt mit 1 kg Brennnesseln und 10 Litern Wasser. Diese Suppe muss so lange garen, bis das Wasser richtig dunkel ist.

Am besten bleibt der Eimer verschlossen, das beschleunigt den Vorgang und vermeidet den unangenehmen Geruch. Wer eine empfindliche Nase hat, kann vorsichtshalber Zeolithmehl unterrühren. Dieses minimiert den üblen Gestank. Nach ungefähr einem Monat ist die Jauche fertig und kann zu den Pflanzen gegeben werden.

Wichtig ist, dass die Brennnessel-Kur nicht unverdünnt verwendet wird. Sie sollte wie ein Konzentrat mit Wasser vermischt werden.

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Tipp 6

Dünger aus dem Haushalt: Kaffee und Tee

Kaffee und Schwarztee machen munter. Nicht nur Dich, sondern auch Deine Pflanzen. Für diese werden beide Getränke zum natürlichen Dünger.

Für den Kaffee-Dünger kannst Du ganz einfach nach der morgendlichen Tasse den Kaffeesatz aufheben und diesen in die Pflanzenerde geben. Kalium, Phosphor und Stickstoff sind im Kaffee enthalten. Ein zusätzliches Plus: Bodenlockernde Regenwürmer lieben Kaffee, Schnecken hingegen suchen flugs das Weite.

Wichtig ist, dass Du den Kaffeesatz erst trocknen lässt, bevor Du diesen in die Erde mischst. Sonst besteht die Gefahr, dass dieser schimmelt. Im Gegensatz zu einigen anderen Düngemitteln ist Kaffeesatz fast geruchsneutral, was ihn besonders für den Einsatz in den eigenen vier Wänden auszeichnet.

Wenn Du zur teetrinkenden Fraktion gehörst, funktioniert das ganze ebenso. Tee zubereiten und im Anschluss die Teeblätter unter die Erde mischen. Auch hier gilt: Besser vorher trocknen lassen, damit kein Schimmel entsteht. Neben wichtigen Nährstoffen enthält Tee den Stoff Teein. Diesem wird eine desinfizierende Wirkung nachgesagt. Blattläuse verabschieden sich dadurch ganz von allein. Neben dem Satz, kann übrigens auch der Tee selbst als Dünger genutzt werden. Dafür das abgekühlte Getränk in die Gießkanne oder den Sprüher geben und damit Boden und Blätter befeuchten.

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Asche und Kaffee

Tipp 7

Kräuter statt Chemie: Schädlinge mit Kräutern abwehren

Pflanzen sollen nicht nur blühen und Früchte tragen, sie wollen auch vor Schädlingen wie Blattläusen und Schnecken geschützt werden. Hierfür eignet sich Kräuter hervorragend. Gegen Blattläuse helfen Duftkräuter aus dem Mittelmeerraum. Die ätherischen Öle in Lavendel, Oregano und Thymian schrecken die kleinen Plagegeister gekonnt ab.
Salbei hingegen vertreibt Schnecken. Diese umgehen die wohlschmeckende Pflanze weitgehend.

Wenn Du die besagten Kräuter um Rosen, Tomaten oder sonstiges Grün pflanzt, schreckst Du nicht nur Läuse oder Schnecken ab, sondern nutzt Deinen Garten auf optimale Weise. Denn durch die Mischpflanzung geht kein Platz verloren und die Kräuter können für allerlei Gerichte verwendet werden.

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Tipp 8

Romantisch: Dünger aus dem Kamin

Die Überschrift deutet es bereits an: Ein weiteres Düngemittel aus dem eigenen Haushalt ist Holzasche. Nach dem Verbrennen von Holz bleibt eine geringere Menge an Asche zurück, die zu ungefähr 45 % aus Calciumoxid besteht. Dünn über die Blumenerde gestreut oder direkt unter den frischen Boden im Frühjahr gemischt, wirkt die Asche wachstumsfördernd und reichert den Boden an.

Doch Holzasche ist mit Vorsicht zu genießen. Erstens kann Brennholz giftige Stoffe enthalten, etwa dann, wenn dieses zuvor behandelt wurde. Diese Giftstoffe verbleiben teilweise in der Asche und können Deinen Pflanzen mehr schaden als nutzen. Zweitens kann nie genau vorhergesagt werden, wie die Zusammensetzung der Holzasche nach dem Verbrennen aussieht, sprich welche chemischen Rückstände entstanden sind. Deshalb Holzasche besser in Maßen verwenden.

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Gesunder Garten

Noch ein Tipp

Ein abschließender Tipp für Dich und Deinen Garten: Pflanzen mögen Abwechslung. Deshalb die Düngemethode variieren. Auch ein Überdüngen solltest Du vermeiden. Im Zweifelsfall lohnt es sich, die Pflanzen zu beobachten. Strotzen Garten, Balkon und Haus vor Gesundheit, hast Du alles richtiggemacht.
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