➤ Kompostieren mit einem Thermokomposter [2022]

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By Frank

Lesedauer: 12 Minuten

Viele Gartenbesitzer haben erkannt, dass Kompostieren Sinn macht. Schließlich gibt es nichts Besseres, als den Pflanzen einen herrlich krümeligen, schwarzen und nährstoffreichen Boden in Ihrem Garten anzubieten. Aus einem richtig angelegten Komposthaufen mit organischen Abfällen wird kostbarer Dünger. Doch manch einem Gartenbesitzer dauert das ganze Verfahren viel zu lange. Zum Glück gibt es dafür mittlerweile eine Lösung: Wesentlich schneller wird das gewünschte Ergebnis mit einem Thermokomposter erreicht. Was ein Thermokomposter ist und wie dieser funktioniert, lesen Sie in den folgenden Ausführungen.

Einige empfehlenswerte Modelle werden Ihnen vorgestellt, sodass Sie für Ihre Entscheidungsfindung hoffentlich hilfreiche Informationen entnehmen können. Zumal immer neue Modelle in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Volumen auf den Markt kommen. Auch hinsichtlich des Designs reagieren die Hersteller sehr kreativ auf die Wünsche der Kaufinteressenten.

Komposthaufen und der Geruch

In vielen Gärten fristen die Komposthaufen ein Schattendasein. Der Grund dafür ist die Geruchsentwicklung. Wenn die Mischung der Abfälle auf dem Kompost nicht stimmt, entstehen während des Verrottungsprozesses Gase, die unangenehm riechen und belästigend sein können. So mancher Nachbarschaftsstreit hat wegen einer Rotte seinen Anfang genommen. Wenn es dem Nachbarn nämlich stinkt. Ein gesunder Kompost riecht angenehm und dient dem Garten als Düngemittel. Also der Geruch in einem Komposthaufen hat unmittelbar mit der richtigen Zusammensetzung zu tun.

Vorteile der Kompostierung

Richtig kompostieren

Andererseits bietet die Kompostierung für den Gärtner unschätzbare Vorteile. Einmal werden Abfälle u. a. auch aus der Küche wieder in den natürlichen Kreislauf gebracht und nicht verschwendet. Das leicht verwertbare organische Material wird unter Einfluss von Luftsauerstoff und von Bakterien und Pilzen abgebaut. Beim Verrotten oder Brechen werden neben Kohlendioxid auch wasserlösliche Mineralstoffe freigesetzt. Dazu zählen Kalium- und Magnesiumverbindungen, Nitrate, Ammoniumsalze, Phosphate, die als Dünger wirken.

Ebenso wird ein Teil der bei diesem Abbau entstehenden Zwischenprodukte zu dem so wertvollen Humus umgewandelt. Dieses begehrte Material trägt sehr zum Umweltschutz bei, da sich durch die Kompostierung der Nährstoffkreislauf der Natur wieder schließen kann.

Das so entstehende Kompostmaterial eignet sich zur Verbesserung der Bodeneigenschaften im Garten. Ausgehend vom Nährstoffgehalt kann ausgereifter Kompost ein vollwertiger Dünger sein und so den Einsatz zusätzlicher Düngemittel überflüssig machen.

Die verschiedenen Kompost-Bezeichnungen und -Mieten

Für den herkömmlichen Komposthaufen gibt es verschiedene Bezeichnungen und ganz unterschiedliche Mieten:

  • Komposthaufen
  • Holzkomposter
  • Lattenkomposter
  • Schnellkomposter
  • Kompostsilo
  • Gartenkomposter mit Kompost-Gitter.

Verschiedene Mieten

Je nachdem, für welche Variante Sie sich entscheiden, kann das eigentlich Nervigste an einem großen Komposthaufen im Garten mehr oder weniger einfach erledigt werden. Gemeint ist das regelmäßige Umsetzen, damit der Verrottungsvorgang gleichmäßig verläuft und keine Stockfäulnis auftritt. Denn für den Abbau von organischem Material benötigen die Mikroorganismen der Kompostierung Sauerstoff und Wasser, da sie ihre Nahrung nur in gelöster Form aufnehmen können. Die entscheidendste Bedingung für den erfolgreichen Verrottungsprozess ist ein gutes Verhältnis von Sauerstoff und Wassergehalt.

Die richtigen Zutaten für den Kompost

Ein guter Kompost entsteht natürlich auch nur mit den richtigen Zutaten. Die Materialien, die auf den Kompost dürfen, sind einmal die bei der Arbeit im Garten und Beet anfallenden Abfälle wie z. B. Rasenschnitt. Daneben lassen sich viele Haushalts- bzw. Küchenabfälle, die sonst in der Bio-Tonne oder in der Müllverbrennungsanlage gelandet wären, idealerweise kompostieren.

Gut kompostieren lassen sich Gartenabfälle. Dazu zählen Laub, Astschnitt, Reisig, Rinde, Stroh und Laub. Häufeln Sie ein wenig Rasenschnitt, faules und grünes Obst, Pflanzenteile oder Ihre verbrauchte Blumenerde darauf. Aus der Küche dienen Abfälle wie rohe Obst und Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz, Teebeutel als Ergänzung.

Völlig ungeeignet sind hingegen gekochte Essenreste, zu viel des gerbsäurehaltigen Eichenlaubs, grobe Äste oder Zypressenzweige, die nur sehr unwillig verrotten. Auch nicht-organische Stoffe, kranke Blätter oder befallene Pflanzenteile sowie Unkräuter gehören nicht in den Kompost.

Verzichten sollte Sie unbedingt auf Zutaten wie Käse, Wurst, Fleisch oder Knochen verzichten, da Sie damit nur Tiere anlocken würden. Noch einmal ganz wichtig: Wurst und Fleisch sind ein absolutes Tabu, es würde Ratten anlocken!

Was ist ein Thermokomposter?

Aufbau Thermo

Eine besonders geeignete Variante zum Kompostieren stellen die Thermokomposter dar. Die Thermokomposter sind zumeist abgeschlossene Behälter aus Kunststoff mit abnehmbaren Seitenwänden und Belüftungslöchern. Es gibt auch Ausführungen, die über ein Mehrkammersystem verfügen. Ein solches System ermöglicht es, Kompost in unterschiedlichen Reifestufen anzulegen.

Sie bestehen überwiegend aus Kunststoff, wobei es auch Varianten aus Holz gibt, die mit einer inneren Schicht aus lebensmittelechtem Polypropylen geschützt sind. Sowohl bei den Kunststoffkomposter als auch den Holzmodellen soll so gewährleistet werden, dass sich im Inneren der Behälter hohe Temperaturen aufbauen, die sehr vorteilhaft für den biologischen Prozess sind. Die freigewordene Energie in Form von Wärme erhitzt das organische Material auf Temperaturen von bis zu 70 °C. Diese Wärme wird auch benötigt, um im organischen Abfall evtl. enthaltene Unkrautsamen und Pflanzenkrankheiten sicher abzutöten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass ein hygienisierter Kompost produziert wird.

Zur eigenen Sicherheit müssen Sie sicherstellen, dass das Kompostierungsverfahren die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet. Krankheitserreger für Sie oder andere Menschen, Tiere oder Pflanzen dürfen nicht enthalten sein. In der Kompostierung werden Krankheitserreger durch die Selbsterhitzung des Rottegutes bereits bei Temperaturen von über 55 °C abgetötet.



Warum ein Thermokomposter?

Nun, ein Thermokomposter ist sicher wesentlich effektiver als herkömmliche Komposthaufen, andere Kompost-Behälter oder normale Kunststoffkomposter, wenn es um die schnelle Erreichung des Ziels geht. Und das Ziel ist die zeitnahe Herstellung der guten Komposterde. Im herkömmlichen Verfahren benötigt der Prozess des Kompostierens mindestens 2 Jahre. Hier hingegen wirkt der Thermokomposter wie ein richtiger Turbo, denn in einem solchen Behälter werden für die Herstellung der wertvollen Düngeerde lediglich 6 – 8 Wochen benötigt.

Das ist nun wirklich der Vorteil eines Thermokomposters schlechthin. Das Kompostiergut für das Düngen von Blumenbeeten und Rasen, aber auch zur kontinuierlichen Verbesserung der bestehenden Bodenverhältnisse lässt sich sehr rasch verwenden. Die organischen Abfälle sind in kurzer Zeit vererdet, haben sich zu Humus umgewandelt und stehen als Nährstofflieferant zur Verfügung.

Zudem ist in aller Regel auch die Zugabe von Kalk oder anderen den Reifeprozess beschleunigenden Mitteln nicht erforderlich. Und wenn doch, dann nur in einem sehr geringen Maße. So lässt sich durchaus Zeit und Kosten sparen. Der finanzielle Aufwand für die Anschaffung eines Thermokomposters amortisiert sich im Laufe der Zeit.

Für wen ist ein Thermokomposter geeignet?

Dieses Kompostierung-Verfahren ist für den „kleinen“ Garten aber nicht für gewerbliche Betriebe geeignet. Der Grund ist der, dass sich das Volumen der Behälter zwischen 300 – 900 Litern bewegt. Erhöht werden kann das Volumen zwar mit weiteren, dann untereinander verbundenen Behältern. Aber spätestens hier stellt sich auch die Frage nach dem zur Verfügung stehenden Platz, denn nicht jeder Garten ist groß genug für das Aufstellen von mehreren Behältern.

Welche Unterschiede gibt es bei den Thermokompostern?

Um diese Fragen zu beantworten, sind die unterschiedlichen Behälter, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden, einmal genauer zu betrachten. Die meisten dieser Behälter bestehen aus einem witterungs- und UV-beständigen Kunststoff mit wärmespeichernden Wänden. Manche Hersteller verweisen auf eine erhöhte Wärmeentwicklung durch eine dunkle Farbe. Andere wählen konische Formen und doppelwandige Konstruktionen.

Montage-Systeme

Neben den verarbeiteten Kunststoffen spielen sicher der einfache Aufbau und die Stabilität eine Rolle. So setzen die meisten Hersteller auf ein Click-System, ein Easy-Lock-System, auf Klemmhülsen sowie auf Klammern. Alle Systeme soll grundsätzlich eine schnelle Montage ohne zusätzliche Werkzeuge ermöglichen. Die Standfestigkeit und die Verarbeitung sind ebenfalls sehr wichtig, damit Sie bei widrigen Wetterbedingungen keine Überraschungen erleben.

Das Befüllen

Die Befüllung sollte von oben erfolgen können. Daher ist die Größe der Ladeklappe ebenfalls zu beachten, damit beim Einfüllen die Materialien auch im Behälter und nicht daneben landen. Eine Arretierung sollte vorhanden sein, damit Wind oder spielende Kleinkinder die Klappe nicht öffnen. Es gibt dafür Varianten wie die Griffarretierung, die Wind-Fix-Deckelarretierung und Klappdeckel mit Scharnieren und einer Vorrichtung für ein Vorhängeschloss.

Die Entnahme

Je nach Modell besteht der Komposter aus einer oder mehreren Entnahmefunktionen, die sich meist direkt über dem Boden befinden. Es kann sich dabei um Klappen oder Schieber handeln. Eventuell können aber auch die Seitenteile einzeln abgenommen werden. Idealerweise ist der Behälter so konstruiert, dass die Entnahme von allen Seiten machbar ist. Doch von Herstellerseite ist das leider die Ausnahme.

Die Luftzufuhr

Die Behälter sind zudem mit Belüftungsschlitzen oder mit Wandlamellen ausgestattet. Alternativ dazu gibt es Komposter mit einer gelochten Bodenplatte und mit einem vom Boden abgesetzten Luftkanal. Die aktiven Belüftungssysteme begünstigen die Luftzirkulation im Inneren des Behälters. Da der Sauerstoff für den gesamten Kompostierungsvorgang ein entscheidender Faktor ist, sollten diese auf eine ausgezeichnete Belüftung geachtet werden. Daher muss der Deckel nach einem Einfüllen von Grüngut-Abfällen stets sofort wieder verschlossen werden.

Durch die Luftzirkulation wird eine Schimmelbildung während des Verrottens der Grüngut-Abfälle vermieden. Gleichzeitig wird auch die Feuchtigkeitsbildung im Innenraum des Komposters weitestgehend vermieden, was letztendlich wieder zu einer vereinfachten Entnahme der Humuserde führt.

Andere Thermokomposter-Systeme

Ganz anders sieht das der Hersteller Neudorff, der bei seinen Produkten auf Belüftungsschlitze verzichtet. Dieser setzt auf hervorragende Wärmedämmung durch die doppelwandige Konstruktion der Behältnisse sowie auf das Umschichten. Die zwischen den Wänden eingeschlossene Luft dient dabei als Isolierschicht. Nach Aussagen des Herstellers schließen die Seitenteile und die Entnahmeklappen des Komposters nicht zu 100 % dicht ab. Somit kommt genug Sauerstoff an das Kompostmaterial. Es bedarf keiner zusätzlichen Lüftungsschlitze. Das Problem Sauerstoffmangel entsteht außerdem nur dann, wenn das eingefüllte Material nicht im richtigen Mischungsverhältnis steht.


Innovative Produkte bietet der Hersteller JUWEL an, der das Aktiv-Belüftungssystem mit Wandlamellen favorisiert. Es handelt sich um einen konischen Thermokomposter aus hochwertigem Material. Je nach Modell beginnt das Fassungsvermögen bei rd. 300 Litern, das XXL-Fassungsvermögen beträgt ca. 900 Liter Nutzinhalt. Durch die Wandlamellen ergibt sich ein Belüftungssystem, das der Hersteller als Labyrinth-System bezeichnet und noch schneller kompostieren soll.

Das High-Light dieses Herstellers ist allerdings der Aeroplus 6000, der in enger Zusammenarbeit mit der Universität für Mikrobiologie in mehrjährigen Versuchsreihen entwickelt worden ist.

Wie unterscheidet sich dieser Thermokomposter von anderen Modellen?

Hier erfolgt das Umsetzen im Komposter. In einem speziellen Mehrkammersystem findet das Vermischen und Belüften jeweils beim Entleeren der einzelnen Kammern statt. Das optimierte Mehrkammer-System besteht aus einer Sammelkammer, einer Kompostier- und zu guter Letzt einer Reifekammer.

Der Ablauf funktioniert wie folgt:

Die Sammelkammer wird über eine große Befüllklappe mit einer rastenden Windsicherung laufend mit Kompostgut befüllt. Diese ist so gut abgedichtet, dass Fluginsekten weitgehend abgehalten werden. Zudem behält das Kompostgut seine Feuchtigkeit.

Nachdem die Sammelkammer gefüllt wurde, wird durch das Öffnen einer Klappe eine größere Menge Kompostgut in die Kompostierkammer eingebracht. Diese Kammer ist von allen Seiten belüftet. Für den Sauerstoff gibt es eine Zuluftregelung für den Sommer- und Winterbetrieb. Durch die intensive Sauerstoffzufuhr erfolgt eine rasche Kompostierung bei intensiver Erwärmung. Der Effekt ist, dass viel Feuchtigkeit abgegeben wird. Folglich wird das Volumen deutlich kleiner und die Sammelkammer kann bis zu 3 x in die Kompostierkammer entleert werden.


Je nach Jahreszeit und Kompostanfall wird nur ca. 6 bis 8 Wochen später nach Füllung der Kompostierkammer das weitgehend abgebaute Kompostgut über einen Drehboden mit außenliegender Handkurbel in die Reifekammer entleert.

Das bereits weitgehend kompostierte Material hat jetzt noch einmal Zeit, um sich durch intensiven Bodenkontakt und mit einer Vielzahl von Bodenlebewesen schnell in wertvollen Kompost zu verwandeln. Das „schwarze Gold“ kann anschließend über die gegenüberliegenden Entnahmeklappen komfortabel entnommen werden.

Was ist beim Kompostieren mit einem Thermokomposter zu beachten?

Die Beflüftung

Die Belüftung ist bei einem Thermokomposter besonders wichtig. Damit diese Belüftung nicht verringert wird und den Kompostierprozess behindert, darf der Komposter auf keinen Fall stark verdichtet werden.

Kompostentnahme

Entnahme von Kompost

Bei Ausführungen ohne Mehrkammersystem kann die Entnahme von Humus nur zu bestimmten Zeitpunkten erfolgen. Der gesamte Inhalt muss nämlich vollständig kompostiert sein. Das Umschichten des Haufens und das Sortieren nach unterschiedlichen Qualitätsstufen sind hier nicht vorgesehen.

Die richtige Beschickung oder Beschichtung

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem richtigen Beschichten eines Komposters. Nasse und trockene Schichten sollten Sie im Wechsel einbringen. Auch sollten die Schichten so dünn wie möglich sein. Nasse Komponenten wie Grasschnitt oder Gemüseabfälle mischt man am besten mit Holzspänen, die ebenfalls recht fein sein sollten, oder mit anderen trockenen Materialien. Dies gilt auch für das Verhältnis von groben und feinen Zugaben.

Das feuchte Material sollten Sie also immer im Verhältnis 50/50 mit trockenem Material vermischen. Trockenes, holziges und nährstoffarmes Material sind z. B. trockene Staudenschnittreste, Gehölzhäcksel vom Schreddern oder Brennholzsägen, Kleintiereinstreu oder Stroh. Falls dieses Material nicht zur Verfügung steht, können Sie auch Rindenmulch mit untermischen, Schwarz-Weiß- Zeitungspapier einlegen oder zerrissene Eierkartons verwenden.

Achten Sie darauf, dass der Kompost feucht ist. Kompost darf nicht zu trocken und nicht zu nass sein! Als Grundregel gilt, dass die zu kompostierenden Materialien im Thermo-Komposter immer so feucht sein sollten wie ein „ausgedrückter Schwamm“.

Bei Grasschnitt ist es mitunter sogar besser, diesen etwas antrocknen zu lassen, bevor Sie ihn in den Thermokomposter geben.

Der am besten geeignete Standort

Zuerst geht es einmal um Sie: Wählen Sie den Standort des Komposters so, dass sie diesen vom Haus und von den Gartenbeeten aus bequem erreichen. Dann denken Sie an Ihre Nachbarn: Halten Sie ausreichenden Abstand zum Nachbargrundstück ein, auch wenn das Argument der Geruchsbildung bei einem sachgemäß verschlossenen Thermokomposter hinfällig wird.

Stellen Sie Ihren Komposter direkt auf die Erde. Dies ermöglicht den Kleinstlebewesen den Zugang zu Ihrem Komposter. Die meisten Hersteller bieten zum Schutz vor Nagetieren gelochte oder perforierte Bodenplatten oder Bodengitter leider nur als käufliches Zubehör an.

Der Thermokomposter benötigt einen natürlichen Untergrund, daher sind Beton- und Steinunterlagen sowie Asphalt grundsätzlich ungeeignet.

Ein Platz an der Sonne oder zumindest im Halbschatten sorgt für eine beschleunigte Verrottung, da der Komposter auch schneller die richtige Temperatur erreicht. Dieser braucht die Sonnenwärme zur Verdunstung des Wasseranteils, darf dabei jedoch nicht vollständig austrocknen. Er sollte an einem windgeschützten, aber nicht windstillen Platz aufgestellt werden. Die Luftbewegung ist wichtig für die erforderliche Frischluftzufuhr.

Kompost im Winter

Erfreulicherweise kann auch im Winter kompostiert werden. Allerdings ist zu dieser Jahreszeit das Beimischen von trockenen Materialien wie z. B. trockenes Laub und Häckselgut ganz besonders wichtig, damit die nassen Küchenabfälle nicht zu faulen beginnen. Aus diesem Grund ist auch ein Durchmischen des Inhaltes für den Fortgang des Kompostierungsprozesses sehr nützlich. Im Winter verlangsamt sich natürlich die Umsetzung aufgrund der niedrigeren Temperaturen deutlich.

Fleißige Helfer für hohe Aktivität

Kompostwurm

Auf den Einsatz der fleißigen Helfer brauchen Sie bei einem Thermokomposter nicht zu verzichten. Auch hier können Sie dem Inhalt Kompostwürmer beigeben, sofern Sie nicht auf das Eintreffen der „Arbeiterkolonnen“ warten wollen. Der Regenwurm wird auch „Gärtner des Bodens“ genannt, weil er einer Ihrer wichtigsten Helfer im Untergrund ist und den Boden mit den Tunnelsystemen lockert.

Es gibt weiterhin andere Hilfsstoffe in Form von Kompostbeschleunigern, die im Handel erhältlich sind. Diese sorgen für eine erhöhte Aktivität in dem von Ihnen angelegten Kompost. Meistens werden diese Mittel für den Start eingesetzt.

Thermokomposter und die Tests

Natürlich ist es wünschenswert, wenn Sie vor Ihrer Kaufentscheidung auf die Testergebnisse renommierter Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest zurückgreifen könnten. Doch leider steht kein aktueller Testbericht zur Verfügung. Der letzte veröffentlichte Test datiert aus 2004. Hier war es die Marke Neudorff, die das Rennen gemacht hat.

Hingegen finden Sie im Internet viele Webseiten, die Ihnen „hausgemachte Tests“ zur Verfügung stellen. Das Thema wird durchaus auch von den Medien wie Computerbild oder Stern bedient. Was Sie jedoch von den Testergebnissen der jeweiligen Redakteure und Autoren halten, überlasse ich ganz Ihnen.

Nur so viel: Bei jeder Statistik ist es so, dass das Ergebnis aus den zuvor eingegebenen, individuellen Kriterien abgeleitet wird. Das erklärt auch, warum Sie so viele unterschiedliche Testsieger finden.

Beispiel gefällig? In dem aktuellen Vergleich von Computerbild werden zwei  V markenlose Thermokomposter mit den Namen Komposter24 und Plant Natures als Preis-Leistungs-Sieger bzw. Bestseller ausgezeichnet. Der Vergleichssieger kommt von Neudorff.

Im großen Vergleich auf STERN.de kommen die 4 Favoriten von Prosperplast, Deuba, Juwel und Graf. RTL sieht hingegen wieder Neudorff sowie Juwel und Dehner vorne.

Es ist lediglich meine Meinung, aber ich denke, es ist besser Ihre ganz individuellen Anforderungen für den neuen Thermokomposter festzulegen und anhand dieser Kriterien auszuwählen.


Fazit

Kompostieren bedeutet, dass Sie etwas für die Ökobilanz Ihres Haushaltes tun und zum Umweltschutz beitragen!

Noch einmal zusammengefasst, warum Thermokomposter empfehlenswert sind:

In einem Thermokomposter wird der Zersetzungsprozess des organischen Materials schneller vorangetrieben, da bei den wesentlich höheren Temperaturen im Inneren der Verrottungsprozess deutlich beschleunigt wird.

Thermokomposter sind in der Regel auch mit einem Deckel ausgestattet und die Geruchsbelästigung kann damit unterbunden werden. Somit kann für einen Thermokomposter auch ein dauerhafter Standort ausgewählt werden. Hinzu kommt die integrierte, wirkungsvolle Luftzirkulation, die einen erheblichen Vorteil mit sich bringt.

Bevor Sie einen Thermokomposter kaufen, sollten Sie sich sehr umfassend informieren und mit den wichtigsten Kriterien auseinandersetzen. Dabei gilt es zu beachten, dass ein günstiges Thermokomposter Angebot nicht immer das beste Angebot darstellt.

Auf dem Markt finden Sie sowohl Thermokomposter aus Holz als auch Varianten aus Metall und Kunststoff. Da Sie einen Thermokomposter nicht beliebig vergrößern, sondern nur mit zusätzlichen Elementen erweitern können, spielt das Fassungsvermögen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch die Wahl des richtigen Zubehörs, sofern es nicht bereits zum Lieferumfang gehört, sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden. So ist es durchaus ratsam, einen Thermokomposter mit Bodenplatte oder mit Bodengitter zu wählen.

Die Vor- und Nachteile in der Übersicht

Den Turbo einschalten

Wie bereits erwähnt, erfolgt der Zersetzungsprozess erheblich schneller und es gelingt Ihnen, in viel kürzerer Zeit Abfall in Erde umzuwandeln. Es ist tatsächlich so – während der Kompostprozess auf herkömmlichen Haufen meist ein bis zwei Jahre dauert, erreichen Sie mit einem guten Schnellkomposter diese Leistung innerhalb von ca. 2 Monaten!

Wenn Sie also viel Dünger schnell selbst produzieren wollen, sind Sie mit einem Thermokomposter gut beraten.

Wetterfest, beständig und luftig

Während ein herkömmlicher Komposthaufen praktisch immer Wind und Wetter ausgeliefert ist, sind Thermokomposter vollständig bedeckt, sodass weder Wind noch Regen oder Sonne ihnen etwas ausmachen kann. Damit verhindern Sie, dass Sturm, viel Regen oder eine große Sonneneinstrahlung das Ergebnis deutlich trüben. Selbst bei heftigem Wind werden Sie glücklicherweise nicht den gesamten Kompost im Garten verteilt wiederfinden.

Dank effizienter Belüftungssysteme erhalten sie aber dennoch so viel Luft, wie für die Kompostierung erforderlich ist.

Ein schönerer Anblick und auch noch geruchsarm

Da es sich bei Thermokompostern um geschlossene Behälter handelt, müssen Sie nicht dauernd den Anblick Ihrer Abfallreste hinnehmen. Auch eine mögliche Geruchsbelästigung („Ein guter Kompost stinkt nicht“) fällt praktisch weg.

Für Sie und die Familie sowie Freunde oder andere Gäste ein Umstand, der sicher gerne „genossen“ wird. Denn niemand will wirklich wissen, was Sie in den vergangenen Tagen alles gegessen haben. 😉

Vorsichtiges Schichten notwendig

Bei einem Thermokomposter müssen Sie darauf achten, das Kompostmaterial richtig zu schichten. Eine gute Mischung aus Laub und Grünschnitt und Küchenabfällen sowie groß- und kleinteiligem Kompostgut ist anzuraten. Wird nicht richtig geschichtet oder belüftet, verfault das Kompostiergut.

Hinzu kommt, dass bei Ausführungen ohne Mehrkammersystem die Entnahme von Humus nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich ist. Nämlich dann, wenn der gesamte Inhalt kompostiert ist. Das Umschichten des Haufens und das Sortieren nach unterschiedlichen Qualitätsstufen kommt nicht infrage. Zudem besteht die Gefahr, dass das Kompostgut leicht verfault, wenn der Inhalt falsch geschichtet oder der Behälter nicht sachgerecht geschlossen wurde.

Hohe Anschaffungskosten

Die Anschaffung des Thermokomposters ist preislich gesehen nicht unbedingt günstig. Die Anschaffungskosten sind sichere höher als bei herkömmlichen Anlagen. Wenn Sie Ihren Thermokomposter allerdings regelmäßig nutzen, wird sich diese Anschaffung auf Dauer bezahlt machen.

Viel Erfolg beim Kompostieren mit einem Termokomposter und viel Spaß bei der Herstellung nährstoffhaltiger, herrlich krümeliger Erde – dem „schwarzen Gold“!

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