*Gastartikel* – Den Garten rollstuhlgerecht gestalten

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By Frank

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Der Aufenthalt in einem Garten bereitet viel Freude. Daher darf dies nicht das Vorrecht für junge und gesunde Gartenliebhaber sein. Auch ältere, in der Beweglichkeit eingeschränkte Menschen und körperlich behinderte Personen haben ein Anrecht auf mehr Lebensqualität. Eine Qualität, die ein barrierefreier Garten bieten kann. Zu diesem spannenden Thema hat Sabrina Stade, Redakteurin bei der Ratgeber Treppenlift GmbH, einen interessanten Artikel eingereicht, der für Sie einige Anregungen zur funktionellen Gartengestaltung enthält:

Für viele Menschen ist der eigene Garten ein Zufluchtsort, ein Platz für Ruhe oder geselliges Beisammensein und die Gartenpflege ein geliebtes Hobby. Natürlich gilt das auch für mobilitätseingeschränkte Menschen und Rollstuhlfahrer. Denn eine Einschränkung in der Beweglichkeit bedeutet keinesfalls, dass Ihnen die Freuden des eigenen Gartens verwehrt bleiben müssen.

Der Garten ist für alle da

Um einen Garten barrierefrei und damit für alle zugänglich zu gestalten, gilt es einige wichtige Aspekte zu beachten. In den meisten Fällen werden Sie nicht umhinkommen, bauliche Veränderungen vorzunehmen und auf gewisse Hilfsmittel zurückzugreifen. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, das Vorhaben im Vorfeld gründlich zu planen. Beachtet werden müssen beispielsweise Höhenunterschiede, die Breite von Wegen, die richtige Beleuchtung sowie eine pflegeleichte Bepflanzung.

Trotzdem ist es auch für Rollstuhlfahrer keineswegs unmöglich, den Garten ganz nach ihren Wünschen und Bedürfnissen anzulegen. In der heutigen Zeit existieren vielfältige Möglichkeiten, den Garten behindertengerecht zu gestalten. So können Hochbeete aufgestellt werden, welche mit dem Rollstuhl zu unterfahren sind oder Bewässerungssysteme installiert werden, die per Knopfdruck zu steuern sind. Bei Fragen und Problemen, die während der Gestaltung eines barrierefreien Gartens aufkommen können, lohnt es sich auf die Erfahrung von Experten in diesem Bereich zurückzugreifen.

Grundvoraussetzung – Breite Gartenwege

Grundsätzlich ist es unabdingbar, dass ein barrierefreier Garten Wege hat, auf denen sich ein Rollstuhl oder Rollator problemlos bewegen und wenden lässt. Deswegen sollten Sie bei der Auswahl des Materials und beim Anlegen von Gartenwegen besonders aufmerksam sein. Am besten ist das Untergrund-Material rutschfest und aus wasserdurchlässige Dränsteine, damit sich keine Pfützen bilden. Außerdem sollten die Wege besonders gründlich und nahtlos verlegt werden, damit sich ein Rollstuhl nicht in Rissen oder Kanten verkeilen kann.

Eine Breite von mindestens 120 cm muss überall gegeben sein, an schwierigen Stellen wie Kurven oder Abzweigungen empfiehlt sich sogar eine Mindestbreite von 160 cm. Zur Sicherheit der Nutzer sollten auch das Weggefälle mit in die Planung einbezogen werden. Als Faustregel können Sie sich hier merken: Das Längsgefälle darf eine Steigung von 6 % nicht übersteigen und die Steigung des Quergefälles sollte nicht mehr als 2 % betragen. Damit sich der Weg nicht nach einiger Zeit zu einer Sicherheitsgefährdung entwickelt, müssen regelmäßig Unkraut und Moos entfernt und lockere Steine ausgetauscht werden.

 

Hindernisse im Garten überwinden

Ein wesentlicher Aspekt für Barrierefreiheit ist auch im Garten die Erreichbarkeit aller relevanter Flächen sowie die Überwindung von verschiedenen Höhen. Treppen und Abhänge können hier ganz schnell zu unbezwingbaren Hürden werden. Es gibt jedoch verschiedene Lösungen, wie der Garten zugänglicher gemacht werden kann. Falls Sie Ihren Garten komplett neu anlegen, sollten nach Möglichkeit Treppen und steile Gefälle vermieden werden. Dies ist je nach Grundstück jedoch nicht immer möglich. Auch ist es bei bereits vorhandenen Treppen im bestehenden Garten nicht immer sinnvoll, Treppen komplett zu beseitigen.

Bei kleinen Treppen können Rampen und Handläufe Rollstuhlfahrer bei der Überwindung des Hindernisses unterstützen. Auf längeren Treppen oder bei starkem Gefälle stellen Treppenlifte eine sinnvolle Lösung dar. Es gibt diverse Hersteller, die spezielle Außentreppenlifte aus robusten und wetterfesten Material produzieren. Für Rollstuhlfahrer lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Treppenliften – der Plattformlift und der Hublift – unterscheiden.

Plattformlifte

Sind Sie auf eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl angewiesen, empfiehlt es sich auf langen Treppen im Garten einen Außenplattformlift zu installieren. Mit diesem Lift werden Sie zusammen mit Ihrem Rollstuhl entlang des Treppenverlaufs befördert. Mit Ihrem Rollstuhl können Sie bequem auf die Plattform auffahren. Die Schiene ist eine Maßanfertigung und folgt dem Treppenverlauf. Für eine Außenanlage mit geraden Schienen ist eine Treppenbreite von mindestens 80 cm erforderlich. Ein kurviger Treppenverlauf benötigt mindestens 95 cm Treppenbreite. Dazu sollte vor der ersten Stufe ein Minimum von 120 cm Platz vorliegen.

Hublifte

Eine weitere Lösung – vor allem für die Überwindung von geringen Höhen – ist der Außenhublift. Diese Lifte können ganz unabhängig von Treppen angebracht werden und sorgen für einen sicheren Transport von einer Ebene zur anderen, dabei können spielendleicht Höhen von bis zu 135 cm überwunden werden. Da sich Hublifte nur vertikal bewegen, nehmen sie besonders wenig Platz ein und sind daher sinnvolle Alternativen zu langen und sperrigen Rampen. Darüber hinaus haben diese Lifte eine besonders hohe Tragfähigkeit von bis zu 350 kg, sodass hier sogar Elektrorollstühle und alle Ihre Einkäufe Platz finden. Erforderlich für einen Hublift ist eine tragfähige Stellfläche von etwa 90 x 120 cm.

Weitere Informationen zur barrierefreien Gartenanlage finden Sie auf der unternehmenseigenen Webseite.

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