Permalink

0

Ingwer – ein scharfer TV-Star im Garten

Ingwer Bilder

Eignet sich Ingwer nur als TV-Star, also nur für das Fernsehen, oder passt die Pflanze auch in den heimischen Garten? Die Knolle aus Ost-Asien bzw. Südost-Asien hat nämlich prominente Verehrer in Deutschland. Ingwer und die damit verbundenen wohltuenden Wirkungen werden von TV-Köchen wie Alfons Schubeck gepriesen. Das tägliche Glas Wasser mit Ingwer gehört für ihn zu seinen Lieblings-Disziplinen.

Doch was hat es wirklich mit Zingiber, so lautet die botanische Bezeichnung, auf sich? Wie lässt sich diese Pflanze kultivieren? Was ist sinnvoller – kaufen oder selbst anbauen? Was genau ist essbar? Welche Tipps und Tricks gibt es? Was haben Sie über Ingwer noch nicht gewusst? Hat Ingwer einen Platz im Garten? Diese Fragen und einiges mehr werden im Folgenden behandelt.

 


 

Der Siegezug der Ingwer-Knolle

Die positive Wirkung des Ingwers ist seit vielen Jahrhunderten bekannt, schließlich reicht die Verwendung bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück. In China und Indien war Ingwer zu dieser Zeit bereits fester Bestandteil des Speiseplans, zumal sie auch schon sehr früh seine heilsame Wirkung erkannt hatten und ihn bis heute in der Medizin verwenden. Insofern war der Siegezug der Ingwer-Knolle vorhersehbar und erwünscht. Durch arabische Händler kam das Gewächs in den Mittelmeerraum. Von dort aus sorgten die Römer und später die Kreuzritter für die Verbreitung in Europa. Im Zuge der Besiedlung der „neuen Welt“ wurde Ingwer auch auf dem amerikanischen Kontinent immer beliebter, da insbesondere die spanischen Siedler auf die Knolle nicht verzichten wollten.

zurück nach oben

Ingwer und Botanik

Damit sind wir auch bereits kurz bei der genaueren Betrachtung dieser Pflanze. Ingwer gehört zur Familie der Ingwergewächse und seine botanische Bezeichnung lautet Zingiber officinale. Es handelt sich um eine ausdauernde Staude, die mehr als einen Meter hoch werden kann. Die recht dicken Blütenstängel und länglichen Laubblätter erinnern stark an Schilf. Unter der Erde entsteht ein horizontal wachsendes und verzweigtes Rhizom, aus dem sich der Blütenstand bildet.

zurück nach oben

Ingwer – eine trendige Knolle

Vielleicht sind heute die vielen Koch-Sendungen und insbesondere der Wegbereiter in Person von Alfons Schubeck ein Grund dafür, dass Ingwer immer mehr in den Fokus geraten ist und sich steigender Beliebtheit erfreut. Ingwer ist inzwischen eine trendige Knolle. In vielen deutschen Küchen hat Ingwer als Gewürz einen festen Platz gefunden. Essbar sind übrigens neben dem unterirdischen Hauptspross des Ingwers auch die Blätter, die als Zugabe für den Salat geeignet sind. Bekannter ist jedoch das Ingwer-Rhizom, das auch als Ingwerwurzelstock bezeichnet wird.

zurück nach oben

Ingwer selbst aufziehen

Wenn Sie immer einen ausreichenden Vorrat an Ingwer zur Verfügung haben wollen, dann gibt es eine sehr erfreuliche Nachricht: Ingwer lässt sich relativ einfach im eigenen Garten kultivieren. Doch nicht nur das! Auch wenn die beste Zeit für den Anbau das zeitige Frühjahr (Februar bis April) ist, lässt sich für die Freunde der Knolle daraus auch ein Winterprojekt machen.

Azon Ingwer Samen

Der richtige Standort

Allerdings sollten Sie dieser wärmeliebenden einen geschützten Ort im Haus oder Wintergarten gönnen. Erst wenn die Temperaturen auch nachts über 20°C liegen, verträgt die Pflanze einen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse umsiedeln. Ab Mitte Mai hat das kälteempfindliche Rhizom auch eine Chance im Freiland. Das Beet sollte über eine Drainage verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Ein gemäßigter pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist wünschenswert. Ingwer verträgt jedoch keine Temperaturen unter 20°C und reagiert darauf mit Wachstumsstopp. Ein ganzjähriger Verbleib im Freiland wird die Knolle unweigerlich vernichten.

Gleich ob auf der Terrasse oder im Garten achten Sie bitte darauf, die Pflanze vor direkter Sonneneinstrahlung, Windwurf und Dauerregen schützen.

Tipp: Unabhängig vom Standort im Freiland oder auf dem Fensterbrett: Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Durch UV-Strahlen entstandene Blattschäden regenerieren sich nicht. Bevorzugt sollten Sie einen Pflanzort im lichten Halbschatten wählen.

Die Vorbereitungen

Um eine Ingwer-Pflanze zu kultivieren, brauchen Sie sich nur eine Knolle aus dem Supermarkt oder Gartencenter besorgen. Idealerweise handelt es sich um ein Exemplar aus kontrolliertem biologischem Anbau. Wählen Sie unbedingt nur Knollen aus, die sehr fest und prall sind, denn schließlich sollen sie ja austreiben. Ein weiteres Merkmal sind die erkennbaren Vegetationspunkte (Augen), die den späteren Austrieb in der feuchten Erde ausmachen.

Sie können die Ingwer-Pflanzen in einem flachen Anzuchtbehältnis ziehen, es funktioniert jedoch auch direkt in einem großen Gefäß. Denken Sie immer an eine Drainage, die aus porösem Material wie beispielsweise Lavasplitt, Tonscherben, kleinen Kieselsteinen oder Styroporchips bestehen kann.

Ingwer im Garten

Die optimale Vorgehensweise

Die Knolle wird in etwa fünf Zentimeter lange Stücke mit Vegetationspunkten geschnitten und mit der Schnittfläche auf das Substrat gelegt. Anschließend sollten Sie die Stücke nur leicht mit Erde bedecken. Hier zeigt sich das Gewächs wenig anspruchsvoll und normale Blumen- oder Pflanzen, nährstoffreich und kalkfrei, reicht völlig aus. Vielleicht geben Sie, wenn vorhanden, noch etwas Humus hinzu. Damit schaffen Sie die richtige Grundlage, um die Pflanze während der gesamten Vegetationsperiode mit den erforderlichen Nährstoffen zu versorgen. Das Substrat sollte zwar immer mäßig feucht gehalten werden, allerdings ist Nässe unbedingt zu vermeiden, da dies unweigerlich zu Fäulnis führt.

Um einen erfolgreichen Austrieb sicherzustellen, wählen Sie einen äußerst warmen Standort mit Temperaturen zwischen 24°C und 30°C. Da die Pflanze ihren Ursprung in einem subtropischen Klima hat, genießt sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um das zu gewährleisten, spannen Sie einfach unmittelbar nach dem Gießen eine perforierte, durchsichtige Folie über das Gefäß. Nehmen Sie diese jedoch täglich für einige Stunden wieder ab, um die Luftzirkulation zu fördern und Ablagerungen von Schimmel im Substrat zu verhindern.

Die Anzucht von Ingwer kann auch direkt im Gewächshaus erfolgen. Voraussetzungen hierbei sind jedoch, dass die Temperaturen über 20°C liegen. Der Standort muss vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Sobald sich die ersten Triebspitzen zeigen, gilt auf ausreichende Feuchtigkeit zu achten. Trockenheit setzt besonders den jungen Pflanzen zu, sie reagieren darauf mit Wachstumsstopp und können bei längerer Trockenheit vollständig absterben.

Tipp: Das Besprühen der Pflanzen mit entkalktem Wasser kann für mehr Luftfeuchtigkeit sorgen. Besonders bewährt hat sich ein Untersetzer, den Sie mit Wasser und kleinen Steinchen füllen und den Pflanzentopf darauf stellen. Weitere Alternativen sind Luftbefeuchter und Verdunster.

Azon Luftbefeuchter

Ein bisschen Pflege

Ingwer beweist sich als relativ pflegeleichte Pflanze. So empfiehlt es sich nur dann zu Gießen, wenn die Oberfläche trocken ist. Regenwasser oder entkalktes Wasser ist besonders vorteilhaft. Es reicht aus, wenn Sie die Pflanze ca. alle 4 Wochen organisch düngen.

Endlich die Ernte

Bis zur Ernte der Rhizome dauert es bei sachgemäßer Pflege etwa 8 bis 10 Monate. An dem gelblich verfärbten Laub erkennen Sie optisch die Reife des unterirdischen Rhizoms. Je nachdem, wann Sie mit der Anzucht begonnen haben, ernten Sie entweder nur Teile davon, sodass der verbleibende Rest wieder austreiben kann oder Sie nehmen die gesamte Ingwerwurzel aus der Erde. Dabei gilt es, die Sprosswurzeln nicht zu beschädigen. Ein scharfes Messer eignet sich dazu, die zarten, jungen Verzweigungen in der gewünschten Anzahl abzuschneiden. Ob Sie die Blütenstängel abschneiden oder an der Pflanze belassen, hat keine besonderen Auswirkungen. Vor dem Winter ziehen sie sich sowieso von selbst zurück.

Da bei einem üblichen Verlauf zum Zeitpunkt der Ernte auch die kalte Jahreszeit nicht mehr weit entfernt ist, macht es Sinn, das verbliebene Rhizom für die Überwinterung vorzubereiten. Bis zum nächsten Frühjahr erhält das Rhizom kein Wasser, denn es zehrt von seinen Reserven. Auf die Gabe von Dünger verzichten Sie in dieser Phase ebenfalls.

Einige Schädlinge und Pilzerreger wie die Trauermücke, Blattläuse oder Wurzelfäule machen auch vor Ingwer nicht Halt. Mit der richtigen Pflege können Sie jedoch die Widerstandsfähigkeit der Pflanze erhöhen und einem Befall vorbeugen.

zurück nach oben


Ingwer – die scharfe Knolle

Die besondere Schärfe von Ingwer beruht auf dem Inhaltsstoff Gingerol sowie dem Abbauprodukt Shogaol. Es handelt dabei um Scharfmacher, die es durchaus in sich haben. Die Art der Zubereitung entscheidet wesentlich darüber, inwieweit sich die Schärfe beim Genuss der sehr geschmackvollen und gesunden Knolle bemerkbar macht. Auf jeden Fall ist das Rhizom reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die frischen Blätter des Ingwers können als Bestandteil für grüne Salate verwendet werden, da sie ebenfalls einen sehr aromatischen Geschmack aufweisen. Achten Sie aber darauf, dass jedes Entfernen von Blättern den Pflanzen auch Energie und die Möglichkeit zur Knollenausbildung nimmt.

zurück nach oben

Ingwer Knolle

Fazit

Eine absolut trendige Knolle. Und das nicht ohne Grund. Einmal ist da der unnachahmliche Geschmack und zum anderen sind es die vielen positiven und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Da sich Ingwer wirklich leicht kultivieren lässt, lautet meine klare Empfehlung: Ab ins Beet – oder zumindest in den Kübel oder irgendein anderes Pflanzgefäß!

In unserer Küche hat Ingwer einen festen Platz und ist überhaupt nicht mehr wegzudenken. Auch das tägliche Glas Wasser mit ein paar Stückchen Ingwer zählt seit geraumer Zeit zu meinen Lieblings-Übungen.

Viel Genuss mit Ingwer aus dem eigenen Garten. Ingwer, die scharfe asiatische Knolle, die es zum TV-Star geschafft hat.

In diesem Beitrag enthaltene Links:

Azon Ingwer Samen

Azon Luftbefeuchter

Garten Pflanzen Grüner Daumen



 

zurück nach oben

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.