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Sauzahn, Handegge und die Handharke

Kleine Gartengeräte II

Die Bodenbearbeitung ist eine der wesentlichsten Aufgaben im Garten und die Basis für ein kräftiges und gesundes Wachstum. Insbesondere im Frühling ist an der Zeit, um den frostfreien und nicht zu nassen Boden für die anstehende Saison vorzubereiten. Doch auch während der Saison gibt es immer wieder Gelegenheiten, das sensible Bodensystem zu kultivieren. Für die Bodenbearbeitung stehen zahlreiche Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung und die Auswahl wird manchmal ein wenig erschwert. In diesem Beitrag geht es um den Sauzahn, die Handegge und die Handharke.

Alle drei Werkzeuge dienen dazu, den Boden zu durchziehen und größere Steine sowie Unkraut- oder Erntereste zu entfernen. Auch wenn es Gartenbesitzer gibt, die die Bezeichnung Unkraut lieber durch Wildwuchs ersetzt sehen würden, bleibe ich der Einfachheit halber dabei. Und manchmal ist es eben wirklich nur Unkraut.

 

Auf die Bedeutung der Bodenbearbeitung insbesondere im Frühjahr habe ich bereits in dem Artikel „Die Frühjahrs-Fitness-Kur für den Garten“ ausführlich hingewiesen, sodass ich die Bodenanalyse und die Versorgung mit Bodenhilfsstoffen oder Düngemittleln vernachlässigen kann. Doch wofür dient welches Kleingerät? Werden alle drei Geräte für diese Arbeiten benötigt? Worauf ist beim Kauf zu achten? Gibt es seriöse Testberichte? Welche Hersteller bieten die beste Qualität?


Einsatzbereiche für die kleinen Gartengeräte

Der Boden ist ein sensibles Öko-System, das weitestgehend ungestört bleiben sollten. Regenwürmer und andere Mikroorganismen haben in der Mutterbodenschicht ein wertvolles Bodengefüge geschaffen. Daher sollte möglichst auf das Umgraben mit einem Spaten verzichtet werden. Allerdings werden Sie bei schwer bearbeitbaren Lehm- oder Tonböden nicht um den Einsatz eines Spatens umhin kommen. Immer dann, wenn die zu bearbeiteten Flächen klein und eng sind, werden Sie mit einer Gartenkralle oder einer Grabegabel nicht mehr viel ausrichten können. Hier kommen dann die vielen kleinen Gartengeräte zum Einsatz.

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Welche wesentlichen Unterschiede gibt es?

Bei diesen kleinen Gartengeräten sind es vor allem die Zinken. Sowohl in der Anzahl, in der Anordnung und auch in der Form unterscheiden sich diese. Verfügt der Sauzahn lediglich über einen Zinken, so sind es bei der Handegge bis zu 15. Die Griffe der Kleingeräte sind entweder aus Kunststoff oder Holz, in seltenen Fällen auch aus Metall.

Der Sauzahn

Sauzahn

Der Sauzahn wird auch als Tiefenlüfter bezeichnet. Für viele Gärtner ist der Sauzahn der „Bio-Bodenlockerer“ schlechthin. Der sichelförmig gebogene Zinken mit der breiten Schare an der Spitze ist das markanteste Merkmal für dieses Gartengerät zur Bodenbearbeitung unter beengten Verhältnissen im Beet.

Anders als beim Umgraben mit dem Spaten wird mit dem Sauzahn nur die oberste Bodenschicht gelockert werden. So belüftet der Sauzahn, mit wenig Kraftaufwand und ohne viel Erde zu verschieben, den Wurzelbereich. Er bringt Sauerstoff an die Wurzeln von Blumen, Sträuchern und Gemüse und fördert die Bodengare. Das Gerät schont den Lebensraum von Regenwürmern und wertvollen Bodenorganismen. Die natürliche Bodenstruktur wird nicht durcheinander gebracht.

Diese kleinen Werkzeuge eignen sich darüber hinaus zum Entfernen von Unkraut und vor allem zum Ziehen von Aussaatfurchen. Mit diesem „einzinkigen Bodenkultivator“ lassen sich zudem Kompost und Zwischendüngung einbringen.

Allerdings ist unbedingt zu berücksichtigen, dass dieses Gerät wirklich nur für den Einsatz auf kleinen Flächen sinnvoll ist. Denn aufgrund seiner Form und nur einem Zinken, zieht der Sauzahn auch nur schmale Rillen. Je nachdem wie weit die Reihen auseinander stehen, kann ein mehrmaliges Durchziehen erforderlich werden. Des Weiteren sollte es sich bereits um lockeren und humosen Boden handeln, denn bei schweren Böden werden Sie mit einem Sauzahn nicht allzu viel ausrichten.

Die Handegge

Handegge

Die Handegge – auch Saat- oder Moosharke genannt – ist ein Werkzeug, das heute vorrangig für Berufsgärtner angefertigt wird. So werden Sie dieses Gerät meist nur noch in Spezialgeschäften oder gebraucht auf Online-Plattformen oder Flohmärkten erhalten.

Der Kopf dieses Werkzeugs besteht (in der leichteren und handlicheren Ausgabe) aus zwei Reihen mit 2 und 3 Zinken oder in der größeren Ausführung aus zwei Reihen mit 7 und 8 Zinken. Die Besonderheit des Gerätes ist die Anordnung der Stieltülle und der Zinkenreihen. Diese sind in ihren Winkeln so berechnet, dass die Zinken bei normaler Arbeitsstellung senkrecht auf den Boden treffen.

Mit einer Handegge arbeiten Sie den Boden sehr gründlich durch und vermeiden trotzdem Bodenwellen, die Sie vielleicht von den Arbeiten mit einer Harke kennen. Da die Handegge mit den kurzen Zinken nicht sehr tief in den Boden eindringt und sich selbständig beim Ziehen eingräbt, ist nur wenig Nachhelfen und nur ein geringer Kraftaufwand erforderlich.

Weiter lässt sich die Handegge zur Moos- und Unkrautentfernung einsetzen und ist ein ideales Gerät zur Vorbereitung der Raseneinsaat.

Die Handharke

Handharke

Eine Handharke besteht in aller Regel aus fünf Zinken, es gibt aber auch die Variante mit drei Zinken. Dieses Gartengerät zeichnet sich durch ein geringes Gewicht (300 – 450 gr.) aus und erleichtert die Arbeiten in dicht bepflanzten Beeten. Gerade für die kniende Haltung erweist sich ein leichtes Gerät als sehr vorteilhaft. Besonders eignet sich eine Handharke um kleine Flächen zwischen Bepflanzungen zu ebnen, den Boden zu lockern oder nicht zu tief wurzelndes Unkraut entfernen.

Hinsichtlich der Begriffsdefinition von Harken und Rechen kommt es immer mal zu Verwechslungen. Oftmals werden beide Begriffe synonym verwendet. Doch es gibt Unterscheidungsmerkmale: Aber die Gartengeräte unterscheiden sich: Eine Harke erinnert mit der geraden Fläche und den Zinken an einen Kamm. Die Harke dient dazu, vorrangig den Boden aufzulockern oder zu ebnen. Die Zinken des Rechens sind fächerförmig. Damit fegen Sie vor allem Laub oder Rasenschnitt zusammen.

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Sauzahn, Handegge, Handharke und die Tests

Sie suchen nach seriösen Tests von renommierten Verbrauchorganisationen? Die werden Sie leider nicht finden. Es scheint fast so, als ob die kleinen Gartengeräte zur Bodenbearbeitung zu unbedeutend sind, um den Weg in die Testlabors zu schaffen. Sie werden insbesondere im Internet lediglich recht laienhafte Versuche finden, die den Eindruck von Vergleichs- und Praxistests vermitteln wollen. Was Sie davon halten, überlasse ich ganz Ihnen. Es ist schade, dass es keine aussagekräftigen Testergebnisse gibt, denn auch bei diesen kleinen Geräten gibt es Qualitätsunterschiede.

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Allgemeines zur Qualität eines Werkzeugs

Hochwertige Qualitätswerkzeuge erkennen Sie u. a. daran, dass der Kopf aus einem Stück funktional geschmiedet wurde. zu walzen. Den Unterschied zum geschmiedeten Gartenwerkzeug braucht man kaum zu beschreiben. Denn nur beim Schmieden kann der Schmied sich intensiv mit dem Werkzeug in allen Einzelheiten beschäftigen und das Material an jenen Stellen verdichten und verstärken, wo dies aus funktionellen Gründen notwendig ist.

Idealerweise besteht das Werkzeug aus Kohlenstoffstahl. Dieser klassische, jedoch nicht rostfreie, Karbonstahl hat auch im Zeitalter der hochmodernen pulvermetallurgischen Stähle nach wie vor seine Daseinsberechtigung. Besonders geschätzt wird die von rostfreien Stählen nie erreichte Kombination von Schnitthaltigkeit und einfacher Nachschärfbarkeit. Diese Eigenschaft und das sehr feine Gefüge machen den Kohlenstoffstahl bei vielen Schneidwerkzeugen und Gartengeräten auch heute noch zu einer echten Alternative zu Chromstählen.

Übrigens bedeutet „nicht rostfrei“ in diesem Zusammenhang keineswegs, dass ein Kopf aus Karbonstahl sofort von Rost überzogen wird. Mit ein wenig Pflege besitzt ein Gerät aus Kohlenstoffstahl die gleiche Lebenserwartung wie eine rostfreie Variante. Auf jeden Fall sollten Sie vermeiden, das Werkzeug nach Gebrauch ohne Reinigung aufzubewahren.

Die Gartengeräte aus Edelstahl sind rostfrei und damit sehr pflegeleicht, jedoch weniger flexibel als solche aus Kohlenstoffstahl. Geschweißte oder gestanzte Bleche sind hingegen weniger belastbar und die stark beanspruchten Stellen sowie die Schweißnähte erweisen sich meist als die Schwachpunkte.

Ein weiteres Merkmal sind die verlängerten Tüllen an einem Werkzeug. Diese gewährleisten höhere Stabilität bei der Arbeit und eine geringere Bruchgefahr des Stiels.

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Die namhaften Hersteller der kleinen Gartengeräte

Wenn es um höchste Qualität geht, dann sind vorrangig die folgenden Hersteller kleiner Gartengeräte zu nennen:

Krumpholz-Werkzeuge e.K.

Grafengehaig im oberfränkischen Landkreis Kulmbach ist der Stammsitz eines über 200 Jahre alten, familiengeführten Schmiedebetriebs. Seit einiger Zeit darf sich der Werkzeughersteller Krumpholz in die Reihe der Unternehmen einreihen, die als „Marken des Jahrhunderts“ geadelt worden sind. Dazu zählen keine geringeren als Adidas, der Spielzeug-Eisenbahn-Hersteller Märklin oder der Besteckhersteller WMF. Der Anspruch des Familienunternehmens ist geblieben: Höchstes Qualitätsniveau mit einer breiten Produktpalette zu verbinden.

Die einzelnen Metallteile werden von ausgebildeten Fachkräften handgeschmiedet. Diese müssen ihr Arbeitsmaterial kennen, verstehen und beurteilen können. In der Schmiede Krumpholz wird alles von Hand bearbeitet und anschließend eingehend geprüft. Ein Standard, durch den eine lebenslange Garantie auf Material- oder Fertigungsfehler möglich ist und ein Grund dafür, dass die Jahresproduktion immer überschaubar bleibt. Aus diesem Grund werden Sie diese Arbeitsgeräte auch nie in Baumärkten und Gartencentern finden.

Krumpholz 12

SHW Schmiedetechnik GmbH & CO. KG

Die Handwerkzeuge für Garten- und Landschaftsbau der Schwäbischen Hüttenwerke (SHW), ansässig im Schwarzwälder Baiersbronn, werden von den Profis sehr geschätzt. Für die gesamte Produktpalette nur hochwertige Spezialstähle verwendet. Jedes Teil der Geräte wird mit modernster Schmiedetechnik veredelt. Die Funktionskanten werden geschliffen und sind nachschleifbar. So hergestellte Handgeräte erlauben härteste Beanspruchung und sind ergonomisch richtig gestaltet, sodass mit geringem Krafteinsatz eine maximale Wirkung erzielt werden kann.

SHW 12

Sneeboer & Zn

Seit über 100 Jahren versorgt die Meisterschmiede Sneeboer & Zn ihre Kunden mit Gartenbauwerkzeugen. Die Werkzeuge werden auch heute noch in der traditionellen friesischen Form gestaltet. Die Schmiede hat ihren Sitz in Bovenkarspel, Noord-Holland, und ist international bekannt für ihre hochwertigen handgeschmiedeten Edelstahl-Gartengeräte. Diese werden von anspruchsvollen Gartenliebhabern geschätzt und gerne eingesetzt.

Für die Geräte verarbeitet Sneeboer & Zn zwei unterschiedliche Edelstähle. Einen höher legierter, zäherer Stahl wird für die Herstellung der Federn und Tüllen an den Stielhalterungen verwendet. Ein niedriger legierter, besser schmiedbarer Stahl dient der Herstellung der eigentlichen Funktionsteile. Die einzelnen Konstruktionselemente werden miteinander verschweißt, anschließend geschliffen und poliert. Alle erforderlichen Arbeitsgänge erfolgen in Handarbeit.

SneeboerBanner12

Burgon & Ball

Die Engländer haben ihren Ursprung im industriellen Kernland von Sheffield. Vor fast 3 Jahrhunderten haben sie mit der Herstellung von Schafscheren und Schneidwerkzeugen begonnen. Bald schon gehörten diese zu den besten Produkten in der Welt. Die Fähigkeiten zur Metallbearbeitung werden von den Mitarbeitern von Generation zu Generation weitergegeben.

Das Geheimnis dieser Qualitätsprodukte liegt in der Härte des Metalls. Die Werkzeuge werden ausschließlich aus High-Carbon-Stahl gefertigt und bis zum optimalen Härtegrad wärmebehandelt.

Auch wenn Burgon & Ball heute noch immer weltweit der größte Hersteller von Schafscheren ist, hat sich das Unternehmen auch im Bereich der Gartenprodukte einen ausgezeichneten internationalen Ruf erarbeitet. Viele Innovationen und Designs der Neuzeit wurden als beste neue Produkte prämiert.

Burgon & Ball 12

Weitere Anbieter

Unter den Anbietern der kleinen Gartengeräte sind solche Namen wie

  • Gardena – ein Tochterunternehmen der schwedischen Husqvarna-Gruppe
  • Wolf – eine Qualitätsmarke der MTD Products AG
  • Fiskars – ein weltweit agierendes Unternehmen aus Finnland
  • Ideal Spaten – ein Produzent hochwertiger Qualitätswerkzeuge aus NRW oder
  • Freund Victoria – ein Mitglied der JOHANN OFFNER – Gruppe in Österreich

zu finden. Es wird sicher kaum einen Gartenbesitzer geben, dem diese Marken unbekannt sind. Zumal sich einige Marken rühmen, einen Bekanntheitsgrad von über 80 % in der deutschen Bevölkerung zu haben.

Diverse Hersteller 12

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Fazit:

Zur Bodenbearbeitung in den Beeten und an engen Stellen gibt es eine Vielzahl von geeigneten kleinen Gartengeräten. So werden Sie sicher auch für die drei hier beschriebenen Geräte – Sauzahn, Handegge und Handharke – Alternativen finden. Der Sauzahn ist in der Anwendung einem Handgrubber oder Kultivator ähnlich. Der Einsatz einer Handegge, die sowieso nicht mehr so gebräuchlich ist, kann ebenfalls durch einen Grubber oder durch eine Doppelhacke überflüssig werden. Eine Handharke allerdings gehört für mich zu einem Gartengeräte-Sortiment.

So, jetzt aber keine Zeit mehr verlieren! Die Beete wollen bearbeitet werden.

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