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Tertill – ein Roboter soll Unkraut den Garaus machen

Unkraut Roboter Beitrag

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Ein Unkraut-Terminator namens Tertill robote(r)t durch Ihren Garten und macht Unkraut den Garaus! Gleich, was Sie jetzt denken. Ich habe keine bewusstseinserweiternden Stoffe – wie manche Schriftsteller oder Visionäre – zu mir genommen. Tertill, den Unkraut-Roboter, gibt es als Prototyp tatsächlich. Es handelt sich um einen solarbetriebenen, wetterfesten Roboter, der zukünftig den Kampf gegen den Wildwuchs im Garten aufnehmen soll.

Hinter der Idee steckt niemand Geringerer als der Robotertechniker und Erfinder Joe Jones, der bereits mit seinem Staubsauger-Roboter Roomba mächtig Eindruck machte. Immerhin verkauften sich dieses und andere Folgeprodukte der Firma iRobot bis heute über 15 Millionen Mal. Dazu zählt auch der iRobot Looj 330 Dachrinnen-Roboter, über den ich bereits in dem Beitrag – Dachrinne reinigen – womit funktioniert es am besten? – berichtet habe.

 


 

Robotik – ein Teil unseres Alltags

Unaufhaltsam wird Robotik zu einem Bestandteil in unserem Leben. Elektronische Helfer in den verschiedensten Bereich wurden dazu geschaffen, uns den Alltag zu erleichtern. Nun soll es also Tertill richten. Der Unkraut-Roboter durchstreift täglich bzw. so oft wie Sie es wünschen, den Garten und vernichtet das unwillkommene Kraut mit einem Fadentrimmer.

Dabei werden von den eingebauten Sensoren lediglich die Pflanzen als Unkraut wahrgenommen, die unter das Gehäuse von Tertill passen. Die Programmierung vermittelt dem Roboter: Unkraut ist kurz, Pflanzen sind groß. Sobald eine Pflanze die Vorderseite des Garten-Helfers berührt, wendet sich Tertill von ihr ab – denn sie ist dann zu groß.

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Wie lassen sich Sämlinge vor der Vernichtung schützen?

Selbstverständlich wurde daran gedacht, dass Sämlinge vor der Vernichtung geschützt werden müssen. Dies geschieht mit Pflanzenkragen, die zum Lieferumfang gehören. Das Prinzip ist einfach. Berührt Tertill ein solches Gestell, ist es für ihn eine große Pflanze und er lässt von ihr ab. Sobald aus dem Sämling eine ausreichend große Jungpflanze erwachsen ist, können Sie die Pflanzenkragen wieder entfernen. Die Kragen, die für den Schutz Verwendung finden, sind übrigens recht einfach im DIY-Verfahren herzustellen.

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Geschlagenes Unkraut wächst wieder nach

Mit dem Fadentrimmer wird der Wildwuchs nahe über dem Boden zerschlagen. Unkraut dessen Wurzel bestehen bleibt, wächst logischerweise wieder nach. Dafür allerdings – so der Entwickler Joe Jones – benötigt das Unkraut Energie. Die erforderliche Energie zum Sprießen wird den Wurzeln entnommen.

Da Tertill regelmäßig vorbeischaut und gegebenenfalls aktiv wird, werden sich keine Blätter entwickeln können, die für das Auffüllen des Energievorrates unverzichtbar sind. Insofern besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die unerwünschte Pflanze irgendwann aufgibt und abstirbt.

Roboter Funktion

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Der Antrieb erfolgt mit Sonnenkraft

Wie bereits erwähnt, wird Tertill mit Solar-Energie betrieben. Es wird somit die Kraft der Sonne genutzt. Dazu verfügt der Roboter über ein Solar-Panel und einen aufladbaren Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion). Bei diesen Akkus handelt es sich um die leistungsfähigsten Akkus. Der Grund: Sie weisen bei kleinster Bauweise die höchste Energiedichte auf.

Das führt konsequenterweise dazu, dass sie sich wegen der hohen Energiedichte der Lithium-Zellen besonders gut für mobile Geräte eignen. Sowohl in Wearables, Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Notebooks und eben auch in Robotern sind Lithium-Akkus weit verbreitet.

Die Solarzelle wandelt das Sonnenlicht in Energie um und speichert diese in dem Akku. Alternativ lässt sich der Akku mit einem herkömmlichen USB-Kabel laden.

Die Energie wird von dem Gerät intelligent genutzt. An sonnigen Tagen mit mehr Ladevolumen verhält sich Tertill gegenüber dem Unkraut aggressiver. An bedeckten Tagen geht der Roboter wesentlich behutsamer mit der Energie um. Das Unkraut neigt schließlich besonders an sonnigen Tagen dazu, schnell und unbarmherzig zu sprießen.

Tertill kann natürlich App

Mit einer App für Ihr Smartphone erhalten Sie genaue Informationen über die Aktivitäten in Ihrem Garten. So erfahren Sie, welche Fläche Tertill bearbeitet hat, die Laufzeit des letzten Arbeitsvorganges, die Laufzeit der aktuellen Woche, Anzahl der zerschlagenen Unkraut-Pflanzen, Außentemperatur, Witterungsbedingungen, Ladezustand etc.

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Weitere Infos rund um Tertill

Bei einer durchschnittlichen Arbeitsfläche von ca. 10 m² wird ein Roboter als Gehilfe ausreichend sein. Sobald Sie über größere Flächen verfügen, werden Sie für eine zufriedenstellende Leistung mehrere Roboter einsetzen müssen.

Der Unkraut-Roboter Tertill verfügt über vier Diagonalräder und Allradantrieb. Damit wird es möglich, sich durch weichen Boden, Sand sowie Mulch zu bewegen und sogar Steigungen zu bewältigen.

Um eine Fläche gründlich zu bearbeiten, wird bei Tertill das gleiche Prinzip wie bei einem Staubsauger-Roboter verwendet. D. h. es wird sich auf Pflanzen und Hindernisse zu- und wegbewegt. Allerdings ist eine Barriere erforderlich, damit Ihnen der Roboter nicht davonläuft. Die Grenze des Beetes oder des Gartens muss Tertill mithilfe einer Begrenzung wie einem Zaun oder einer ausreichend hohen Kante angezeigt werden.

Roboter Begrenzung

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Die Vorteile des Unkraut-Roboters Tertill

Der Unkraut-Roboter Tertill bietet aus Sicht des Herstellers die folgenden Vorteile:

Bequem

Mit Tertill können Sie unkrautfreie Gemüse- und Blumengärten genießen, ohne sich dem unangenehmen und wenig erfreulichen Jäten hingeben zu müssen. Es ist bequem wenn Sie einen Gehilfen haben, der Ihnen bei jedem Wetter die Arbeit abnimmt.

Chemiefrei

Es soll vorkommen, dass Gartenbesitzer auf die „chemische Keule“ zurückgreifen, um der Unkraut-Plage Herr zu werden. Diese Form der Unkrautvernichtung hat erwiesenermaßen erhebliche Nachteile. Es gehen sogar Gefahren für Kinder und Haustiere davon aus. Beim Einsatz eines Roboters werden Sie erfreulicherweise darauf verzichten können.

Zuverlässigkeit

Das regelmäßige Jäten von Unkraut ist eine Arbeit, die gerne schon mal in Vergessenheit geraten kann. Oder es gibt Gründe, die den Gartenbesitzer von der Übung abgehalten haben. Bereits nach nicht allzu langer Zeit zeigen sich dann die Auswirkungen – der Garten ist überwuchert mit Wildwuchs. Die regelmäßige Bearbeitung des aufkommenden Unkrautes geschieht mithilfe des Tertills zuverlässig und konsequent – so oft, wie Sie es wollen. Tertill arbeitet für Sie ohne Urlaubsanspruch.

Gesunde Pflanzen

Genau wie die von Ihnen erwünschten Pflanzen benutzt das Unkraut die gleichen Ressourcen, um wachsen zu können. Die Nährstoffe, das Wasser, das Licht – all das, was Ihre Pflanzen zukommen lassen wollen, geben Sie ungewollt ebenfalls an das Unkraut weiter. Tertill sorgt durch seine täglichen Patrouillen dafür, dass Ihre Pflanzen unter idealen Bedingungen aufwachsen können und es Ihnen mit bester Gesundheit danken.

Mehr Lebensqualität

Es sollte keine Rolle spielen, ob jemand jung oder alt, gesund oder krank ist. Ein Garten bedeutet mehr Lebensqualität. Aber ein Garten erfordert eben in hohem Maße Arbeit und Aufmerksamkeit. Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, haben manchmal nicht mehr die Möglichkeit alle Arbeiten gleichermaßen zu verrichten. Dies gilt insbesondere für das oft schwierige Jäten von Unkraut. Nun übernimmt der Roboter die ihm aufgetragene Arbeit und der Gartenbesitzer kann gesunde Lebensmittel aus dem eigenen Anbau genießen und sich am Anblick schöner Blumen erfreuen.

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Die Nachteile des Unkraut-Vernichters

Von Hersteller-Seite wurden überraschenderweise keine Nachteile genannt. 😉 

Dennoch stellt sich die Frage, ob es wirklich dauerhaft ausreicht, die Wildpflanzen nur zu zerschlagen und die Wurzeln im Boden zu belassen. Darüber hinaus müssen die Beete so beschaffen und der Pflanzen-Abstand ausreichend sein, dass Tertill seiner Arbeit nachgehen kann.

Des Weiteren gibt es keine Aussagen dazu, welche Auswirkungen lang anhaltende Schlechtwetter-Perioden auf die Akku-Leistung und somit auf die Gründlichkeit der Arbeiten haben.

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Wo ist der Unkraut-Tertill erhältlich?

Zurzeit ist der Unkraut-Roboter Tertill noch nicht im Handel erhältlich. Die Firma Franklin Robotics versucht über die Crowd-Finance-Seite Kickstarter.com das notwendige Kapital für die Produktionskosten aufzutreiben. Aktuell sind rd. 50 % des erforderlichen Gesamt-Kapitals bereits finanziert. Die Auslieferung soll im März des kommenden Jahres erfolgen. Crowd-Unterstützer genießen einen günstigeren Preis und erhalten das Produkt zuerst.

Kickstarter.com wurde 2008 in New York gegründet und unter anderem finanziert durch Twitter-Mitgründer Jack Dorsey. Seit ihrem Start verändert die Webseite die Welt der industriellen Entwicklung. Das Spektrum reicht von Film- oder Musik- und Buchprojekten bis zu iPad-Armbanduhren oder gemeinnützigen Projekten. Hier lässt sich alles ohne Inanspruchnahme von Banken oder Risikokapitalgebern finanzieren. Sofern das gesteckte Kapitalisierungsziel erreicht und genügend Unterstützer gefunden werden.

Erreicht das Projekt sein Finanzierungsziel, werden die Kreditkarten der Unterstützer bei Ablauf der Frist belastet. Sollte das Zielkapital nicht erreicht werden, brselbstt letzten Endes niemand zu zahlen. Die Betreiber der Webseite profitieren genau dann, wenn der Deal zustande kommt. Dann erhalten sie „schlappe“ 5 % des finanzierten Betrages (belastet werden darüber hinaus Kosten für einen Zahlungsanbieter).

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Fazit 

Es ist grundsätzlich eine gute Idee von dem Chief Technology Officer (CTO) der Firma Franklin Robotics, Joe Jones, selbst im Garten unangenehme, wiederkehrende Arbeiten von einem Roboter durchführen zu lassen. Die langjährige Erfahrung, die er mit Roomba und anderen Folgeprodukten gesammelt hat, sollte darauf schließen lassen, dass auch Tertill unter den richtigen Bedingungen zuverlässig funktionieren wird.

Bei einem angestrebten Preis von rd. 250 Euro wird sich zeigen müssen, wie groß das Verlangen nach solch einem Helfer im Garten letztlich sein wird.
 

Aber wer weiß? – Vielleicht knüpft dieses Produkt an die Erfolge der bereits vorhandenen Roboter an. Und eines Tages haben selbst Sie mit Tertill einen Arbeiter in Ihrem Garten, der Unkraut den Garaus macht.

 
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