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Smart System – die Zukunft im Garten?

Das Smart System

Das Internet der Dinge (Internet of Things / IoT) ist nun auch im Garten angekommen. Es handelt sich dabei um die logische Konsequenz der andauernden Weiterentwicklungen hinsichtlich der Vernetzung und Kommunikation von Objekten über das Internet. Gibt es neben den Wearables wie Smartwatch oder Fitnessarmband den Saugroboter, die multifunktionale Küchenmaschine bis hin zu autonomen Fahrsystemen, so sind es im Garten Pflanzensensoren, Mähroboter und Bewässerungssysteme.

Diese einzelnen Produkte wurden nun von einem der führenden, international agierenden Hersteller von Produkten und Systemen für die Gartenpflege zusammengefasst. Das Smart System wird von dem in Deutschland sehr bekannten Unternehmen GARDENA angeboten. Doch wie gut ist ein smart System im Garten? Wie sinnvoll sind die kommunizierenden Geräte? Was können diese bzw. was können sie nicht leisten? Wie funktionieren solche Systeme? Für wen sind die smart Systeme geeignet? Wie leicht sind sie zu bedienen? Lohnt sich die Anschaffung des GARDENA smart Systems? Diese Fragen und einiges mehr werden in dem Beitrag behandelt.

 


 


Das Internet der Dinge im Smart Home

Bereits Anfang der 90er Jahre entwickelte der amerikanische Computerwissenschaftler Mark Weiser seine Vision von einem Internet der Dinge. Der Begriff selbst wurde allerdings erst etwas später von dem ebenfalls amerikanischen Technikpionier Kevin Ashton kreiert. Doch welche Ausmaße diese Vernetzung der unterschiedlichsten Objekte annehmen kann, zeigt sich erst seit einiger Zeit.

Immer mehr in den Fokus geraten neben den bereits erwähnten Wearables und Geräten auch Gesamtkonzepte, wobei das bekannteste Konzept das Smart Home sein dürfte. Dabei handelt es sich um Gebäude, die mit Sensoren und Mikrocomputern ausgestattet werden. Es erfolgt eine eigenständige Kommunikation miteinander und fortlaufend werden Daten ausgetauscht. Das beste Beispiel ist die Heizungsanlage, die aktuelle Wetterdaten über das Internet abruft und so in der Lage ist, die Raumtemperatur anzupassen. Mit dem Fingerabdruck lassen sich Türen öffnen, die Rollläden fahren hoch und das Licht schaltet sich ein. Die Musikanlage oder die Badewanne wird mit Tablet oder Smartphone bedient und der Saugroboter verrichtet seine Arbeit. Bereits in diesem Jahr werden weltweit schätzungsweise 15 Milliarden Euro für intelligentes Wohnen ausgegeben. Mittlerweile gibt es auf unserem Planeten fast doppelt so viele vernetzte Geräte wie Internet-Nutzer.

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Der neue Trend im Garten

Diesem Trend begegnet die Firma Gardena nun mit dem Gardena smart system, das werbewirksam mit dem Slogan „Die Zukunft des Gartens hat begonnen“ auf der Unternehmens-Webseite angeboten wird. Die Trendforscher, Entwickler und Konstrukteure dieses Unternehmens werden sich etwas dabei gedacht haben, so sollte man annehmen. Gehört das in Ulm ansässige Unternehmen doch seit 2007 zur schwedischen Husqvarna Group, einem der weltweit führenden Hersteller von Geräten und Motorgeräten für die Forstwirtschaft und die Garten- und Landschaftspflege sowie Schneidgeräte und Diamantwerkzeuge für das Baugewerbe und die Steinindustrie.

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Die Funktionsweise und die Bestandteile des Smart Systems

Das gesamte System

Die Schaltzentrale – das smart Gateway

Da ist erst einmal das Gateway, die Schaltzentrale und das Herzstück des Systems. Es soll nach Angaben des Herstellers im Haus platziert werden und stellt eine Internetverbindung über einen vorhandenen Router her. Um die Verbindung zwischen dem Router und dem Netzwerk herzustellen, erhalten Sie eine Step-by-Step-Anleitung. Das Gateway baut eine geschützte VPN-Verbindung zu Ihrem Router auf. VPN bedeutet Virtual Private Network, und ist ein virtuelles privates (in sich geschlossenes) Kommunikationsnetz. Die anschließenden Verbindungen der zu dem System gehörenden Geräte erfolgen per Plug-and-Play. Jedes einzelne Gerät, das Sie mit Ihrer smart App in das GARDENA smart System erfolgreich integrieren, wird Ihnen anschließend in der App angezeigt.

Betriebsanleitung

Einmal eingerichtet und zugeordnet kommuniziert das Gateway per Funk in einem Frequenzbereich von 863 – 870 Megahertz (MHz) mit den anderen Modulen. Dieser lizenzfreie ISM-Band-Bereich wird auch von den Anbietern anderer Smarthome-Systeme wie z. Bsp. HomeMatic, Qivicon oder Z-Wave verwendet. Die Reichweite soll laut Herstellerangaben bei guten Bedingungen bis zu 100 m betragen. Der Funkbereich sollte allerdings möglichst wenige Widerstände aufzeigen. So können bereits Bäume oder anliegende Funkmasten das Signal beeinträchtigen und Zäune sowie insbesondere Betonmauern die Funkübertragung stören.

Komplette Systeme

Die verbindende smart App

Gesteuert wird das gesamte System mithilfe einer App, die Sie sich für Android und iOS downloaden können. Diese App steht sowohl mit dem Gateway als auch einer Internet-Datenbank in Verbindung. Sobald die Kommunikation zwischen der App und dem Gateway hergestellt wurde, sind Sie in der komfortablen Situation, dass Sie von jedem Ort der Welt (sofern Internetzugang vorhanden) Ihre smart Geräte ansteuern, Daten abrufen oder Einstellungen anpassen können.

App Download

In einer Übersicht erhalten Sie alle Messungen des Sensors und Sie können ablesen, wie es Ihren Pflanzen zu diesem Zeitpunkt geht. Darüber hinaus sehen Sie all Ihre smart Geräte und deren Zustand im Überblick und Sie sind in der Lage, bei Bedarf jederzeit selbst die Kontrolle übernehmen.

Die Wochentage und Uhrzeiten lassen sich individuell für jedes Gerät dieses smart Systems programmieren und so Zeitpläne erstellen, die einfach zu kopieren und zu bearbeiten sind. Anhand einer Übersicht haben Sie alle geplanten Zeiten im Blick.

Als Kommunikationsprotokoll verwendet Gardena das von RWE entwickelte Lemonbeat bzw. mit vollständigem Namen „Lemonbeat smart Device Language“ (kurz LsDL). Nun stellt sich folgerichtig die Frage: Was macht ein Kommunikationsprotokoll wie Lemonbeat? Es handelt sich um ein System, das sich ganz spezifisch mit dem Internet der Dinge beschäftigen und die Vernetzung verschiedenster Geräte sehr einfach ermöglichen soll. Die intelligente Gerätekommunikation ist sehr kompakt, gleichzeitig aber auch für komplexe Anwendungen flexibel erweiterbar. Das Kommunikationsprotokoll lässt sich sehr flexibel und bereits jetzt nahezu universell einsetzen. Es ist kompatibel mit zahlreichen etablierten Protokollen wie zum Beispiel Thread, Bluetooth oder ganz klassisch WLAN. RWE will so im Rahmen der weltweiten Standardisierung des Internet of Things zukünftig eine zentrale Rolle spielen. Das zu erreichende Ziel lautet, endlich eine lückenlose, nutzenbringende und zugleich auch wirtschaftlich günstige Vollvernetzung zu ermöglichen. Mit dem Internet der Dinge und einer lückenlosen Vernetzung entsteht damit vielleicht ein Standard, der Ihnen in vielen Lebensbereichen Erleichterungen und erhöhten Komfort durch Automatisierung bietet.

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Immer volle Kontrolle mit dem GARDENA smart Sensor

Kontrolle mit dem Sensor

Die smarten Gartengeräte machen erst dann wirklich Sinn, wenn Sie die wichtigsten Informationen über den Zustand Ihres Gartens zuverlässig, übersichtlich und schnell präsentiert bekommen. Diese Aufgabe übernimmt der GARDENA smart Sensor. Der Sensor liefert aktuelle Messwerte zur Bodenfeuchte, Außentemperatur und Lichtstärke im Garten und leitet diese regelmäßig an die App weiter. Dies versetzt Sie in die Lage, sowohl die Bewässerungs- und Mähzeiten problemlos aufeinander abzustimmen als auch aktuelle Witterungsbedingungen im Garten zu berücksichtigen. Die Außentemperatur kann insbesondere bei kälteempfindlichen Pflanzen von großem Interesse sein.

Der smart Sensor sollte die gleichen Bedingungen hinsichtlich Licht, Temperatur und Bodenart haben wie die Pflanzen, deren Zustand gemessen werden soll. Die Bodenfeuchte wird also genau dort gemessen, wo es darauf ankommt. Und das geschieht an der Pflanzenwurzel. Der Sensor funktioniert sehr verlässlich selbst in unterschiedlichen Bodenstrukturen. Achten Sie bei der Platzierung des Sensors unbedingt darauf, dass sich dieser außerhalb des Arbeitsbereiches des Mähroboters befindet.

Pflanzensensoren

Viele weitere Informationen zu den Pflanzensensoren erhalten Sie auch in diesem Beitrag: Pflanzen-Sensoren – High Tec im Garten.

Die smart Sensoren, die nun als Bestandteil des GARDENA smart systems Verwendung finden, haben eine Geschichte. Wurden diese doch in der Vergangenheit von dem Schweizer Start-Up Unternehmen Koubachi, einem der Pioniere für Pflanzensensoren, hergestellt. Nachdem die Firma Koubachi durch die Husqvarna Group akquiriert wurde und jetzt Teil des GARDENA smart System Teams ist, stoppt der Hersteller den Verkauf seiner eigenen Produkte und geht, wie auf der firmeneigenen Webseite zu lesen ist, in den Ruhestand. Durch die Übernahme kann das Team auf das Know-how der Wegbereiter für diese Art Sensoren zurückgreifen.

Der GARDENA smart Sensor wird mit zwei einfachen AA-Batterien betrieben, die im Regelfall eine Saison durchhalten sollen. Der smart Sensor kann im Temperaturbereich von -1° C – +50° C verwendet werden.

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Bedarfsgerechte Wasserversorgung mit dem GARDENA smart Water Control

Water Control

Eine zuverlässige automatische und bedarfsgerechte Wasserversorgung gehört sicher zu den wichtigsten Anforderungen, die ein Garten an Sie als Besitzer stellt. Etwaige Versäumnisse verzeihen Ihnen die Pflanzen nicht. Auch wenn Sie als Entschuldigung verreist oder aus anderen Gründen abwesend waren. Das ist jetzt vorbei! Die Module smart Water Control, smart Gateway und smart Sensor übernehmen für Sie die Wasserversorgung eigenständig. Gerade für die Reise- und Urlaubszeiten ist dies sicher eine echte Erleichterung. Der smart Sensor liefert die erforderlichen Daten anhand der Außentemperatur, der Lichtstärke sowie der Bodenfeuchte. Die ermittelten Messwerte dienen dazu, die Einstellungen der Bewässerungssteuerung optimal auf die Umgebungsbedingungen abzustimmen. Die Bewässerungszeiten lassen sich zudem praktischerweise auf die Mähzeiten des smart SILENO abstimmen.

Das Set eignet sich idealerweise für die automatische Bewässerung mit dem GARDENA Micro-Drip-System oder dem GARDENA Sprinklersystem. Denn es handelt sich um ein geschlossenes System, das nur mit dem Zubehör des Herstellers funktioniert. Auch handelt es sich bei dem smart Water Control nur um die smarte Ventilsteuerung, also einem Baustein für die automatische Bewässerung. Das Verlegen der entsprechenden Schläuche wird Ihnen nicht erspart bleiben.

Eine direkte Kontrollfunktion üben Sie per Tastendruck am Gerät aus. Sie erhalten einen Überblick über den Status von Signalstärke, Batterieladung und aktiver Bewässerung mittels LEDs. Selbst wenn sofort Wasser benötigt wird, können Sie mit einem zweiten Tastendruck die Bewässerung sofort starten.

Wasserkontrollgerät

Sobald die kalte Jahreszeit Einzug hält, sendet der smart Water Control mithilfe eines integrierten Temperatursensors automatisch eine Warnmeldung an die GARDENA smart App. Dann ist nämlich die Zeit gekommen, die Bewässerungsanlage außer Betrieb zu nehmen und das Gerät frostsicher einzulagern.

Betrieben wird dieses Gerät mit drei AA-Batterien 1,5 Alkaline.

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Perfekte Rasenteppiche mit dem Mähroboter GARDENA smart SILENO / SILENO+

Der Mähroboter

Das smarte System wird erst dann komplett, wenn die Rasenpflege mit maximalem Komfort erfolgt. Die Mähroboter smart Sileno oder smart Sileno+ ersparen Ihnen viel Zeit beim Rasenschnitt und sorgen für einen gepflegten Rasen, da aufgrund eines speziellen SensorCut Systems keine Spuren hinterlassen werden. Mit den vorhandenen Präzisionsklingen wird das Gras sauber abgeschnitten und eine Schnitthöhenverstellung lässt sich bequem und werkzeuglos vornehmen. Das feine Schnittgut verbleibt als natürlicher Dünger auf dem Rasen, es sei denn, Sie legen selbst Hand an.

Allerdings ganz ohne entsprechende Vorbereitung funktioniert ein Mähroboter nicht. So müssen Sie zuerst Begrenzungskabel verlegen, damit sich der Mähroboter nicht außerhalb des gewünschten Bereiches bewegen kann. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, denn ein hochsensibler Kollisionssensor und das verlegte Begrenzungskabel sorgen dafür, dass sich der Mähroboter an Hindernissen im Garten nicht stört. Beim Anheben des Gerätes stoppen die Messer sofort und verhindern damit Verletzungen.

Ein Suchkabel hilft dem Mähroboter, den Weg zur Ladestation zu finden. Darüber hinaus gibt es ein paar Dinge zu beachten. Dazu gehören Passagen, die mind. 60 cm breit sein sollten, damit die Roboter einfach hindurchgelangen können. Neben Mauern, Blumenbeeten, Mulch- oder Schotterflächen werden ein paar Zentimeter Rasen nicht gemäht. Dies lässt sich nur durch Rasenkantensteine vermeiden, die übrigens auch bei Insel-Hindernisse wie kleine Bäume oder Sträucher erforderlich werden. Dazu finden Sie weitere Hinweise von Hersteller-Seite.

Zu erwähnen ist noch die Programmierung der Timer-Funktion. So schlägt der Anbieter vor, pro 30 m² Rasenfläche eine Stunde Betriebszeit einzuplanen und entsprechend zu programmieren. Als Beispiel: Sie haben 150 m² Rasenfläche, dann stellen Sie den Timer von 8-13 Uhr oder von 8-11 Uhr und noch einmal von 15-17 Uhr ein. Diese Option dann für alle Wochentage. Während dieser Betriebszeit entscheidet der Mähroboter selbst, wann er mäht und wann er lädt. Dennoch lassen sich auch weitere individuelle Einstellungen wie Erhöhung der Betriebszeiten oder Ruhezeiten vornehmen.

Ein sehr stabiles Kunststoffgehäuse macht den Mähroboter besonders robust und eine Alarmfunktion sowie ein PIN-Code sorgen für sicheren Diebstahlschutz. Der Mähroboter arbeitet völlig unabhängig von Witterungsverhältnissen und funktioniert selbst bei Niederschlägen zuverlässig.

Mower

Sie haben die Wahl zwischen dem smart Sileno und dem smart Sileno+. Die Unterschiede zeigen sich in der max. Flächenkapazität mit 1.000 m² beim smart Sileno und 1.300 m² beim smart Sileno+. Unebenes Gelände und Steigungen bis zu 35 % bewältigen beide Modelle. Der Geräuschpegel liegt bei den Robotern im Bereich von gemessenen 58 dB(A) und garantierten 60 dB(A). Das ist zwar nicht wirklich leise, aber durchaus in dem Lautstärkebereich der neuen Generation an Geräten. Sie können es von der Wahrnehmung her mit einer Unterhaltung oder einer typischen Geräuschkulisse im Büro vergleichen. Als wirklich leise werden Geräusche erst unter 50 dB(A) empfunden. Für den Betrieb verfügen die beiden smart Sileno Mähroboter über einen Li-Ionen Akku mit einer Mähdauer von 65 Min. je Ladezyklus. Die normale Ladedauer beträgt 60 Minuten.

Der gravierendste Unterschied zwischen den beiden Modellen ist die SensorControl Technologie, mit der der smart Sileno+ ausgestattet wurde. Mit dieser Technologie wird die Intensität des Rasenwachstums ermittelt und die Aktivität des Mähroboters darauf abgestimmt.

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Komplette Systeme

Das smart System und die Tests

Wenn Sie nach Testberichten über das GARDENA smart System suchen, werden Sie keine Ergebnisse von renommierten Verbraucherorganisationen oder den Technischen Überwachungsvereinen (TÜV) finden. Die Testergebnisse, die Sie auf anderen Webseiten lesen können, verweisen zumeist auf das Potential, das längst noch nicht ausgeschöpft. Während der Mähroboter Sileno fast durchgängig als sehr gut bewertet wird, ist es insbesondere die Software und der smart Sensor, die Anlass zu Kritik geben. Als insgesamt positiv wird der Weg bewertet, den GARDENA mit dem smart System beschreitet. Das allgemeine Vertrauen überwiegt und es wird dem Unternehmen zugetraut, die Mängel in naher Zukunft zu beseitigen.

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Fazit

Die Richtung ist klar. Es geht auch im Garten zukünftig mehr und mehr um das Internet der Dinge. Mit dem GARDENA smart System wurde nun von einem renommierten Gartengerätehersteller ein erster Versuch unternommen, in dieses Segment einzudringen. Meines Erachtens kann das aber nur ein Anfang sein, der vielleicht den einen oder anderen Fan smarter Geräte bereits jetzt begeistern wird. Doch leider besteht noch Handlungsbedarf und es gilt, die Einsatzmöglichkeiten, die Programmierung und die Datengenauigkeit sowie den Informationsgehalt deutlich zu verbessern. Nach Aussagen des Herstellers sollen regelmäßige Updates diese Verbesserungen sukzessive sicherstellen.

Das GARDENA smart System wird vom Hersteller nur als geschlossenes System angeboten. Das bedeutet, dass nur markeneigene Geräte integriert werden können. Immerhin gibt es unterschiedliche Sets und diese lassen sich mit einzelnen verfügbaren Produkten nachrüsten.

Bei einem Router- bzw. Internetausfall sollen nach Aussagen des Herstellers die vorhandenen Programme bestehen bleiben. Damit sollen z. Bsp. die programmierte Bewässerung oder der programmierte Mähzyklus sichergestellt werden. Gleiches gilt bei einem Stromausfall. Das Gateway schaltet sich zwar aus und es findet keine Datenübertragung mehr statt. Die bisherigen und aktiven Programme sollen jedoch auch in diesem Fall bestehen bleiben und werden auch ausgeführt werden.


Das ist die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass die Ventilsteuerung ist kein reiner Empfänger von Steuerbefehlen ist. Sie ist vielmehr zudem in der Lagen in der Lage, einen per App eingegebenen Bewässerungsplan zu speichern und auszuführen. So wird eben sichergestellt, dass die Bewässerung nach der gewünschten Zeit immer gestoppt wird. Also auch dann, wenn das Gateway unerwartet abstürzt oder vom Strom getrennt wird. Selbst wenn das Gateway ausgeschaltet sein sollte, sind die Zeiten im Ventil gespeichert und können gestartet werden. Dabei kann es anscheinend passieren, dass Bewässerungszeiten, die per App eingegeben und gespeichert werden, in der Ventilsteuerung gar nicht ankommen. Diese werden dann einfach nicht ausgeführt, ohne dass Sie etwas davon erfahren. In Einzelfällen scheint es sogar so zu sein, dass abgespeicherte Zeiten plötzlich verschwinden und durch bereits überschriebene Zeitpläne wieder ersetzt werden. Das kann eigentlich nur an einer gelegentlichen Synchronisation der Daten zwischen Cloud und der Ventilsteuerung liegen, bei der die Ventildaten die Cloud-Daten überschreiben.

Der Software scheint momentan noch der Schwachpunkt des Systems zu sein. Hier gilt es von Seiten des Herstellers die dringend benötigten Updates und ein stabiles System zur Verfügung zu stellen. Denn schließlich wollen Sie sich auf das smart System verlassen und der Garten muss wie gewünscht bewässert werden. Das betrifft auch das synchrone Arbeiten mit dem Mähroboter und der adaptiven Bewässerung. Zurzeit müssen Sie die Mähzeiten und die Bewässerungszeiten selbst einstellen, wenn Sie Sicherheit haben wollen.

Die Möglichkeit mehrere smart Sensoren mit einem Water Control zu verbinden besteht derzeit noch nicht. Nach Aussagen des Herstellers soll es zukünftig eine Option sein. Derzeit müssten Sie tatsächlich 25 smart Sensoren mit der entsprechenden Anzahl von Water Controllern verbinden, um die Kapazität des Systems voll zu nutzen.

Smart Garden

Bemängelt wird in den Rezensionen, dass die adaptive Bewässerung noch nicht funktioniert. Damit ist gemeint, dass sich das Ventil in Abhängigkeit von der Bodenfeuchte, die der Sensor misst, öffnen lässt. Es wird auf Updates verwiesen.

Das GARDENA smart System greift auf externe Cloud-Server zurück. Wenn die Serverunterstützung einmal entfallen sollte, werden die Geräte u. U. unbrauchbar. Dafür gibt es bereits im Bereich der Smart Home-Anwendungen. Der Heimautomatisierungs-Hub Revolv erlebte im Jahr 2014 die Übernahme durch Nest, ein Unternehmen, welches nur neun Monate später von Google gekauft wurde. Nun kündigt Google die Serverunterstützung für Revolv an und macht so die Geräte unbrauchbar.

Es bleibt zu hoffen, dass mit dem starken Background von GARDENA ein Hersteller in die zukunftsträchtigen Markt einsteigt, der an einem langen Produktlebenszyklus interessiert ist. Die angekündigten Schulungen für die Fachhändler sollten optimistisch stimmen, dass sich mit den Produkten aus der smart System-Reihe eine Langzeitperspektive ergeben wird. Als Kunde werden Sie dabei dem Unternehmen einen Vertrauensvorschuss einräumen müssen, denn nur dann können Sie die wichtigen Kauf-Kriterien für smarte Anwendungen vernachlässigen. Denn sonst wäre es ratsamer, eine von der Cloud unabhängige Lösung und ein offenes System mit einem quelloffenen Code (Open Source) abzuwarten. Ein quelloffener Code kann jederzeit eingesehen und weiterbearbeitet werden, selbst wenn der Hersteller seine Aktivitäten aufgegeben hat, übernommen worden oder zwischenzeitlich insolvent geworden ist.

Ich bin mir sicher, dass sich viele Menschen mit der Vernetzung der Geräte, dem Internet der Dinge, auch im Garten anfreunden werden. Sicher werden die Mitbewerber genau beobachten, was der Wegbereiter auf die Spur bringt. So wie die Ausstattung der Smart Homes in der Entwicklung vorangetrieben werden und immer mehr Menschen auf die Annehmlichkeiten setzen, wird vermutlich auch eine steigende Nachfrage nach einem Smart System für den eigenen Garten einsetzen. Es scheint wirklich, dass die Zukunft im Garten begonnen hat. Insofern erweist es sich für Sie als gut, eine Möglichkeit zur Nachrüstung zu haben. So können Sie sich an das GARDENA smart System herantasten und es bei Gefallen nach und nach vervollständigen.

In diesem Beitrag enthaltene Links:

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